US-Hausbesitzer bekommen 8,5 Mrd Dollar von Banken

Montag, 7. Januar 2013, 18:46 Uhr
 

Washington (Reuters) - Opfer von Zwangsversteigerungen können in den USA mit einem Geldsegen von Banken rechnen.

Zehn Institute, die die Zwangsversteigerungen als Hypotheken-Dienstleister veranlassten, haben sich nach Angaben der Regulierungsbehörde OCC zur Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar an die Geschädigten verpflichtet. Die OCC verzichtet dafür auf eine Einzel-Überprüfung der Zwangsversteigerungen, die sich als teuer und zu aufwendig erwiesen haben. Wie OCC und die US-Notenbank Federal Reserve am Montag mitteilten, stimmten sie der Einigung zu, um die Opfer schneller zu entschädigen. Nun können rund 3,8 Millionen Kreditnehmer mit einer Ausgleichszahlung rechnen, die bis zu 125.000 Dollar betragen kann - je nachdem, wie viele Fehler bei der Versteigerung gemacht wurden.

Die Regierung hatte die Dienstleister im April 2011 angehalten zu überprüfen, ob Tausende von Zwangsversteigerungen rechtmäßig waren oder ob den Betroffenen finanzieller Schaden durch Verfahrensfehler entstanden war. 3,3 Milliarden Dollar fließen direkt an die betroffenen Hauseigentümer, 5,2 Milliarden Dollar in Form von Zinserleichterungen und -nachlässen. Zu den zehn Banken, die sich auf den Vergleich einließen, gehören die Bank of America, Citibank, JPMorgan und Wells Fargo. Sie hatten die Hypothekenkredite zumeist nicht selbst vergeben, sondern fungierten als Dienstleister für die Kreditgeber. In dieser Funktion kümmern sie sich - ähnlich wie ein Inkasso-Büro - um die Eintreibung der Forderungen, neue Zahlungspläne, Steuerzahlungen bis hin zur Zwangsversteigerung des Hauses, wenn der Eigentümer nicht mehr zahlen kann.

Die Citibank teilte mit, im vierten Quartal im Zusammenhang mit der Einigung bei den Zwangsversteigerungen eine Belastung in Höhe von 305 Million Dollar vor Steuern zu verbuchen. Bei der Bank of America ist die genaue Summe noch nicht bekannt. Im Bemühen, den desaströsen Hypothekensumpf hinter sich zu lassen, einigte sich die US-Bank am Montag auch in einem anderen Fall und erzielte einen Vergleich mit dem verstaatlichten Hypothekenkonzern Fannie Mae. Zugleich will das Institut die Verwaltung von Hypothekenkrediten anderer Anbieter (Servicing) im Volumen von gut 300 Milliarden Dollar abgeben.

BANK OF AMERICA ZAHLT 3,6 MRD DOLLAR AN FANNIE MAE

Die Bank of America zahlt in einem Vergleich 3,6 Milliarden Dollar an Fannie Mae. Der Anbieter hatte in der Finanzkrise vor dem Aus gestanden, weil Ramschhypotheken, die er unter anderem von der Bank of America gekauft hatte, reihenweise ausgefallen waren. Darlehen im Volumen von 6,75 Milliarden Dollar kauft die Bank nun sogar ganz von Fannie Mae zurück, wie sie am Montag weiter mitteilte.

Die Einigung dürfte den Gewinn der Bank of America im Schlussquartal 2012 erneut pulverisieren. Das Geldhaus rechnet mit Belastungen von etwa 2,5 Milliarden Dollar, die nur zum Teil wettgemacht werden können. Das Ergebnis je Aktie dürfte nur noch leicht positiv sein, erklärte die Bank.

 
The logo of the Bank of America is pictured atop the Bank of America building in downtown Los Angeles November 17, 2011. Protesters took to the streets in cities across the U.S. for a day of action seen as a test of the momentum of the two-month-old grass-roots movement against economic inequality. Occupy Los Angeles protestors have gathered and threatened to set up tents for the night outside the Bank of America building in Los Angeles. REUTERS/Fred Prouser (UNITED STATES - Tags: BUSINESS POLITICS CIVIL UNREST LOGO)