Telekom Austria stellt Aktionäre auf magere Zeiten ein

Dienstag, 8. Januar 2013, 08:58 Uhr
 

Wien (Reuters) - Das neue Jahr beginnt für die Telekom-Austria-Aktionäre mit schlechten Nachrichten.

Der österreichische Konzern stellte seine Eigentümer am Dienstag angesichts des anhaltend scharfen Wettbewerbs und der mauen Wirtschaftsentwicklung auf weiter sinkende Umsätze ein. Sie sollen 2013 bei rund 4,1 Milliarden Euro liegen, nachdem das Unternehmen für 2012 Erlöse von 4,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt hatte. Im vorbörslichen Handel lag die Telekom-Austria-Aktie 1,6 Prozent im Minus.

"Das Management der Telekom Austria Group erwartet, dass die Herausforderungen, die das operative Umfeld bereits 2012 gekennzeichnet haben, weiterhin anhalten und die Entwicklung im Jahr 2013 prägen werden", hieß es in der Mitteilung. Am stärksten macht der Firma der Konkurrenzkampf im Mobilfunkmarkt in Österreich zu schaffen. Hier kämpften bis zuletzt vier Anbieter mit Billigstangeboten um jeden Kunden. Mit der Fusion der beiden kleineren Wettbewerber Hutchison und Orange Austria zu einer schlagkräftigern Nummer drei nach der Telekom Austria und der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile werden die Karten nun zwar neu gemischt. Mit einem baldigen Ende des aggressiven Wettbewerbs rechnen die Österreicher aber nicht: "Alle drei Anbieter wollen weiter wachsen - also wird der Preiswettbewerb hart bleiben", hatte Firmenchef Hannes Ametsreiter jüngst in einem Interview gesagt.

TELEKOM WILL SICH GEGEN PREISKAMPF IM MOBILFUNK WEHREN

Diesem Problem will der ehemalige Staatskonzern im neuen Jahr nun mit "einer Reihe von Maßnahmen begegnen". Dies werde zwar kurzfristig die Renditen drücken - sei aber notwendig um das Geschäft zu stabilisieren, erklärte der Konzern ohne Details zu nennen. Damit der Gewinn durch den neuen Kurs nicht all zu stark schrumpft, will das Unternehmen das Sparprogramm in allen Bereichen verschärfen.

Unter dem Strich bedeutet das für die Eigentümer - allen voran den österreichischen Staat und den mexikanischen Milliardär Carlos Slim - ein weiteres mageres Jahr: Nach 2012 sollen sie auch für 2013 lediglich eine Dividende von fünf Cent je Aktie erhalten, bekräftigte die Firma. Die Telekom-Austria-Aktionäre sind mit diesen Problemen aber nicht allein: In ganz Europa machen die strengere Regulierung, hohe Kosten für die Aufrüstung der Netze durch die zunehmende Internetnutzung über Smartphones und die maue Konjunktur Telekom-Firmen zu schaffen. Auch die Deutsche Telekom, die spanische Telefonica und France Telekom kappen die Ausschüttungen an die Aktionäre.

 
Telekom Austria Group CEO Hannes Ametsreiter reacts as he presents the annual business report for 2011 in Vienna February 23, 2012. Telekom Austria forecast 2012 sales and core profit may weather unrelenting price pressure and weak emerging Europe economies to nearly match 2011 levels that met market expectations. REUTERS/Herwig Prammer (AUSTRIA - Tags: BUSINESS TELECOMS)