Schwache Auslandsnachfrage lässt Industrieaufträge sinken

Dienstag, 8. Januar 2013, 12:03 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die deutsche Industrie hat wegen der schwachen Auslandsnachfrage im November weniger Aufträge an Land gezogen.

Die Bestellungen fielen um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Minus von 1,4 Prozent erwartet. Im Oktober hatte es mit 3,8 Prozent noch den größten Zuwachs seit mehr als anderthalb Jahren gegeben. "Ein Rückgang der Bestellungen nach einem kräftigen Nachfrageschub im Vormonat ist nicht ungewöhnlich", hieß es im Ministerium. Trotzdem liege das Volumen noch auf dem Niveau des Sommer-Quartals. "Insgesamt scheint sich die Nachfrage damit zu stabilisieren."

Die Aufträge aus dem Ausland fielen um 4,1 Prozent, nachdem es im Oktober noch ein Plus von 6,6 Prozent gegeben hatte. Verantwortlich für den Rückgang war nicht die rezessionsgeplagte Euro-Zone, sondern die einbrechende Nachfrage in anderen Ländern: Während die Bestellungen aus der Währungsunion um 0,2 Prozent zulegten, fielen sie im Rest der Welt um 6,5 Prozent. Die Aufträge aus dem Inland nahmen um 1,3 Prozent zu. Der Umfang an Großaufträgen fiel erneut unterdurchschnittlich aus.

Dem Abwärtstrend entziehen konnten sich lediglich die Hersteller von Vorleistungsgütern, zu denen beispielsweise Chemikalien gehören. Sie meldeten ein Auftragsplus von 0,2 Prozent. Die Produzenten von Investitionsgütern wie Maschinen und Geräten verbuchten dagegen ein Minus von 3,1 Prozent, die Konsumgüterhersteller meldeten einen Rückgang von 1,6 Prozent.