Krise treibt Arbeitslosigkeit im Euroraum auf Rekordhoch

Dienstag, 8. Januar 2013, 16:29 Uhr
 

Brüssel/Berlin (Reuters) - Konjunkturflaute und Schuldenkrise treiben die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf einen Höchststand.

Im November waren 18,8 Millionen Menschen in den 17 Ländern ohne Arbeit, wie die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mitteilte. Dies waren 113.000 mehr als im Monat davor und gut zwei Millionen mehr als vor einem Jahr. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote kletterte binnen Monatsfrist von 11,7 auf 11,8 Prozent und erreichte bereits den vierten Monat in Folge einen neuen Rekordwert. Die Wirtschaft im Währungsraum war zuletzt zwei Quartale in Folge leicht geschrumpft und steckt damit nach gängiger Definition in der Rezession.

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten - nach dem international vergleichbaren ILO-Standard - gab es in Österreich (4,5 Prozent), Luxemburg (5,1 Prozent), Deutschland (5,4 Prozent) und den Niederlanden (5,6 Prozent). Die höchsten Quoten meldeten die Krisenstaaten Spanien (26,6 Prozent) und Griechenland (26,0 Prozent im September 2012). Deutlich auf dem Vormarsch ist auch die Jugendarbeitslosigkeit. Der Anteil der 15-bis-24-Jährigen ohne Job in der Euro-Zone stieg von Oktober auf November von 24,2 auf 24,4 Prozent. Die niedrigsten Quoten verzeichneten Deutschland (8,1 Prozent), Österreich (9,0 Prozent) und die Niederlande (9,7 Prozent), die höchsten meldeten Griechenland (57,6 Prozent im September) und Spanien (56,5 Prozent).

EUROPAS SÜDEN FÄLLT IN DER KRISE ZURÜCK

Wie aus einem Sozialbericht der EU hervorgeht, hat die Wirtschafts- und Finanzkrise die Spaltung Europas in den vergangenen fünf Jahren verschärft. "2012 war ein weiteres sehr schlechtes Jahr für Europa, was die Arbeitslosigkeit und die sich verschlechternde soziale Situation betrifft", sagte EU-Kommissar Laszlo Andor, der für Beschäftigung und Soziales zuständig ist. Zudem sei es unwahrscheinlich, dass es in diesem Jahr gesellschaftliche und wirtschaftliche Verbesserungen gebe, fügte Andor hinzu und malte ein eher düsteres Bild. Laut Bericht fallen vor allem Länder aus dem Süden der Euro-Zone hinter Staaten aus dem Norden zurück. Lag die Arbeitslosenquote 2007 noch gleichauf, war sie zuletzt im Süden rund 7,5 Prozentpunkte höher als im Norden. In vielen EU-Staaten spüren die Menschen die wirtschaftliche Misere zudem im eigenen Geldbeutel.

 
A homeless man listens to his radio at Figueira square in Lisbon December 24, 2012. REUTERS/Rafael Marchante