Allianz muss Millionen an Kunden zurückzahlen

Mittwoch, 9. Januar 2013, 07:43 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Allianz stellt sich wegen falscher Abrechnungen auf Zahlungen von rund 117 Millionen Euro an Versicherungskunden ein.

Der Konzern gebe sich in einem jahrelangen Rechtsstreit um vorzeitig gekündigte Versicherungen geschlagen, teilte ein Allianz-Sprecher am Dienstag mit. Betroffen seien rund 500.000 Verträge. Die Zahlungen dürften im Durchschnitt bei 200 Euro liegen. Damit wird ein Urteil des Oberlandesgericht Stuttgart vom August 2011 rechtskräftig. Das Gericht hatte zahlreiche Klauseln in den bis 2007 verwendeten Lebens- und Rentenversicherungsverträgen der Allianz für ungültig erklärt. Den Kunden stehe unter anderem einer höherer Rückkaufswert zu. Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte den Versicherer verklagt.

Im Streit um die Erstattungen an Kunden, die ihre Versicherungen vorzeitig kündigen, hatten zuletzt zahlreiche Versicherer Niederlagen kassiert. Im vergangenen Juli entschied der Bundesgerichtshof, dass Lebensversicherer ihre Kunden nicht mehr mit Brosamen abspeisen dürfen, wenn sie ihre Verträge in den ersten Jahren nach Abschluss wieder aufgeben. Dass die eingezahlten Beiträge dann vor allem in die Taschen der Vermittler fließen, sei eine unangemessene Benachteiligung des Versicherungsnehmers, urteilte das Gericht.

 
A logo of Europe's biggest insurer Allianz is pictured in Tokyo October 19, 2012. German insurer Allianz aims to double premiums earned in Japan at a key unit to nearly $160 million over the next three to five years, banking on big Japanese trading and resource companies insuring their foreign exposures as they increasingly venture overseas. REUTERS/Yuriko Nakao (JAPAN - Tags: BUSINESS ENERGY EMPLOYMENT LOGO)