ArcelorMittal bietet für ThyssenKrupp-Anlage

Mittwoch, 9. Januar 2013, 19:00 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Mitten im Prozess zum Verkauf der ThyssenKrupp-Stahlwerke in Übersee hat Weltmarktführer ArcelorMittal ein Angebot vorgelegt.

Zwar wollte Finanzchef Aditya Mittal am Mittwoch nicht genau sagen, wofür sein Unternehmen biete. Er bezeichnete aber das Stahlwerk von ThyssenKrupp im US-Bundesstaat Alabama als weltklasse. ArcelorMittal könne mit diesem Werk Synergien erzielen. Zugleich hielten sich die Kosten in Grenzen, sagte Mittal in einer Telefonkonferenz. Sein Konzern könne auch bei einem Zuschlag von ThyssenKrupp die Verschuldungsgrenze von 17 Milliarden US-Dollar einhalten.

Der Dax-Konzern wollte sich zu dem Verkaufprozess nicht äußern. ThyssenKrupp sucht händeringend nach einem Käufer für seine beiden Werke in Alabama und Brasilien. Zusammen stehen sie nach hohen Abschreibungen noch mit 3,9 Milliarden Euro in den Büchern. "Der Verkaufsprozess läuft", sagte ein Sprecher. Zu möglichen Bietern äußere sich das Unternehmen ebenso wenig wie zum Zeitplan oder der Höhe der Gebote. Verschiedene Investoren schauten sich die Anlagen an. Vorstandchef Heinrich Hiesinger hatte die Werke 2012 zum Verkauf gestellt und zunächst einen Verkaufserlös von mindestens sieben Milliarden Euro angepeilt. Analysten hatten den Wert aber lediglich auf drei bis vier Milliarden Euro beziffert, der sich auch in dem nun festgelegten Buchwert niederschlägt.

Das Bieterrennen läuft bereits seit Monaten. ThyssenKrupp hatte im Dezember erklärt, es seien mehr als eine Handvoll Interessenten im Rennen. Der Konzern habe Angebote sowohl für einzelne Stahlwerke als auch für die Anlagen in Brasilien und den USA zusammen. Mit dem Prozess vertraute Personen hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass zu den Interessenten auch die amerikanischen Konkurrenten US Steel, und Nucor, die japanischen Stahlkocher Nippon Steel und JFE Steel sowie CSN aus Brasilien gehörten.

 
The logo of ArcelorMittal company is seen at the entrance of its headquarters in Luxembourg in this picture taken on November 20, 2012. REUTERS/Francois Lenoir (LUXEMBOURG - Tags: BUSINESS POLITICS) Picture taken on November 20, 2012.