Deutsche Produktion kommt kaum in Fahrt -Hoffen auf 2013

Mittwoch, 9. Januar 2013, 17:32 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Gehemmt von der Rezession in der Euro-Zone kochen die deutschen Unternehmen weiter auf Sparflamme.

Die Firmen stellten im November nur 0,2 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Sie konnten damit die Scharte vom Oktober nicht auswetzen, als die Fertigung um 2,0 Prozent einbrach. 2013 ergeben sich jedoch "etwas günstigere" Perspektiven, wie das Ministerium hofft. Das sehen auch die Forscher des Berliner DIW-Instituts so. Demnach soll die Wirtschaft um 0,9 Prozent zulegen und 2014 ihr Wachstumstempo mehr als verdoppeln.

Doch zunächst droht eine Winterdelle. Angesichts schwächerer Exporte hielten sich die Unternehmen noch mit Investitionen zurück, warnte DIW-Experte Simon Junker. Größter Hemmschuh sei die andauernde Krise und Rezession im Euroraum. Im Jahresverlauf 2013 hellten sich die Aussichten für die Exportwirtschaft aber dank der anziehenden Weltkonjunktur wieder auf. 2014 sei ein Wachstum von 2,2 Prozent möglich, prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Anlass zum Optimismus gibt auch die Tatsache, dass sich das Auftragsvolumen im November immerhin auf dem Niveau des Sommerquartals hielt. Und die Industrie steigerte ihren Ausstoß doppelt so stark wie das Produzierende Gewerbe insgesamt. "Die Entwicklung entspricht damit unserer Erwartung, dass wir im Verlauf des Jahres 2013 eine konjunkturelle Belebung sehen werden", meint Ökonom Thilo Heidrich von der Postbank.

BAU PEILT MAGERES WACHSTUM AN

Die Baufirmen steigerten ihre Produktion im November um 1,0 Prozent. Trotz florierender Immobiliengeschäfte peilt die Branche im neuen Jahr jedoch nur ein mageres Wachstum an. Die gesamten Umsätze dürften 2013 nominal um rund zwei Prozent steigen, wie die Verbände HDB und ZDB in einer gemeinsamen Prognose mitteilten. Wegen des Anstiegs der Baupreise sei dies real nur eine Stagnation. Damit kann die Branche erneut nicht an das Boomjahr 2011 anknüpfen. Damals hatte der Bau noch um mehr als zwölf Prozent zugelegt und vor allem vom anziehenden Immobiliengeschäft profitiert. Denn in der Schuldenkrise setzen Investoren verstärkt auf den Wohnungsmarkt und Privatleute erfüllen sich dank niedriger Zinsen den Traum vom Eigenheim. Das stärkste Wachstum soll auch 2013 der Wohnungsbau bringen.

GROSSHANDEL SETZT AUF SCHRITTWEISE ERHOLUNG

Auch für den Großhandel wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Die Branche rechnet in diesem Jahr nur mit einem Mini-Wachstum. Der Umsatz werde um knapp ein Prozent auf 1,132 Billionen Euro zulegen, sagte der Branchenverband BGA voraus. 2012 hatte es noch ein Plus von 1,9 Prozent gegeben. "Die Unternehmen erwarten, dass es - wenn auch mit kleinen Schritten - 2013 weiter aufwärtsgehen wird", sagte BGA-Präsident Anton Börner. "Das ist angesichts des schwierigen Umfeldes nicht zu unterschätzen."

 
A workers walks through finished steel bars of different quality and size outside at the steel mill of German steel maker Lech-Stahlwerke GmbH in Meitingen near Augsburg October 9, 2012. REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY - Tags: BUSINESS COMMODITIES)