BMW bleibt der Platzhirsch in der Premiumklasse

Donnerstag, 10. Januar 2013, 14:23 Uhr
 

München (Reuters) - Neue Rekorde, alte Rangordnung: Mit einem kräftigen Verkaufsplus hat der Autobauer BMW auch 2012 die Oberklasse-Konkurrenz auf Abstand gehalten.

Die Münchner setzten 1,54 Millionen Fahrzeuge von ihrer Kernmarke BMW ab, das sind zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor - und mehr als die 1,46 Millionen verkauften Wagen des Ingolstädter Rivalen Audi und die 1,32 Millionen von Daimlers Top-Marke Mercedes. Die Stuttgarter hatten früher fast selbstverständlich die Führungsrolle in der Premiumklasse inne, fielen dann aber zurück und wurden 2011 von der erfolgshungrigen VW-Tochter Audi überrundet. Alle drei Hersteller lieferten 2012 so viele Autos aus wie nie zuvor - trotz Pkw-Krise auf dem europäischen Markt. Für 2013 sind neue Bestwerte geplant.

In Europa verkaufen die Luxusautobauer rund die Hälfte ihrer Fahrzeuge, weshalb die Misere auch an ihnen nicht spurlos vorübergeht. Auf dem Heimatkontinent sind die Automärkte seit mehr als einem Jahr auf rasanter Talfahrt. In manchen Ländern im schuldengeschüttelten Süden Europas wurden 2012 so wenige Neuwagen verkauft wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die deutschen Konzerne können indes Rückgänge in Europa in den beiden weltgrößten Pkw-Märkten China und USA ausgleichen, wo teure Limousinen und Geländewagen nach wie vor beliebt sind.

Während Audi in China mit zuletzt knapp 406.000 Fahrzeugen erneut weit vorne lag, behauptete die Marke BMW in den USA mit gut 281.000 Wagen in den USA knapp ihren Vorsprung vor Mercedes-Benz. Audi ist in den Vereinigten Staaten traditionell weit abgeschlagen. Mercedes erzielte in China zuletzt nur ein kleines Plus, weil dem Konzern Produktionsunterbrechungen, Lieferschwierigkeiten und doppelte Vertriebsstrukturen zu schaffen machten. Die Stuttgarter reklamieren indes für sich, weiter die zulassungsstärkste Premiummarke in Deutschland zu sein - wie schon seit 20 Jahren. Im krisengeschüttelten Europa konnten alle drei Rivalen wenigstens leicht zulegen. Begründet wird das Wachstum gegen den Markttrend üblicherweise mit neuen Modellen; von der in Europa grassierenden Rabattschlacht halten sich die Oberklasse-Hersteller zumindest verbal fern.

Bis 2020 möchte Mercedes den vor acht Jahren verlorenen Premium-Thron zurückerobern. Problem: BMW wird ihn nicht kampflos aufgeben. Und auch Audi will bis dahin größter Oberklasse-Hersteller der Welt sein. Ursprünglich hatten die Ingolstädter dies vollmundig bis 2015 angekündigt, dann wurde das Ziel um fünf Jahre nach hinten verschoben. Neuerdings ist beim erfolgsverwöhnten Audi-Konzern nur noch kleinlaut die Rede davon, langfristig die Nummer 1 zu werden.

Für 2013 stellten alle drei Konkurrenten weitere Rekorde in Aussicht. "Wir gehen mit Rückenwind in das Jahr 2013, in dem wir trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in vielen Märkten einen weiteren Absatzzuwachs und damit eine neue Bestmarke bei den Auslieferungen anstreben", sagte BMW-Vertriebschef Ian Robertson. 2012 lieferten die Münchner insgesamt 1,85 Millionen Fahrzeuge ihrer drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus, was einem Zuwachs von elf Prozent entspricht. Audi kam auf ein Plus von zwölf Prozent. Die Ertragsperle des VW-Konzerns will den Absatz 2013 weiter steigern. Beim Gewinn droht Audi allerdings erneut ein Jahr ohne Plus. Der mit Ankündigungen sonst vorsichtige Rivale BMW wagte sich dagegen bereits mit der Aussage aus der Deckung, das Ergebnis 2013 weiter steigern zu wollen.

 
The BMW i8 concept car is displayed during a news conference at the 2012 Los Angeles Auto Show in Los Angeles, California November 28, 2012. REUTERS/Phil McCarten (UNITED STATES - Tags: TRANSPORT BUSINESS)