Lebensmittelpreise treiben Inflation in China hoch

Freitag, 11. Januar 2013, 07:47 Uhr
 

Peking (Reuters) - Kräftig steigende Lebensmittelpreise haben die Inflation in China auf den höchsten Stand seit sieben Monaten getrieben.

Die Lebenshaltung verteuerte sich im Dezember um 2,5 Prozent, wie das nationale Statistikbüro am Freitag mitteilte. Grund sei das kalte Wetter, sagte ein Statistiker. Das erschwere Anbau und Transport von Gemüse, was die Preise nach oben treibe. Im gesamten Jahr 2012 lag die Teuerung bei 2,6 Prozent und damit aber immer noch deutlich unter dem Inflationsziel der Notenbank von vier Prozent.

Analysten sehen in der anziehenden Inflation ein Anzeichen dafür, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft dank einer zunehmenden Nachfrage im Inland langsam wieder an Fahrt gewinne. In den kommenden Monaten sei zwar mit stärker steigenden Preisen zu rechnen, das sei aber kein Grund zur Besorgnis, sagte Volkswirt Li Huiyong von Shenyin & Wanguo Securities in Shanghai: "Wir gehen davon aus, dass die Inflation 2013 mit ungefähr drei Prozent der Regierung keine großen Sorgen bereitet."

Aus Angst, die Inflation anzutreiben und die hohen Immobilienpreise weiter anzuheizen, hat die Notenbank den Leitzins seit Sommer 2012 nicht weiter gesenkt. Häuser und Wohnungen verteuern sich einer privaten Umfrage zufolge in den 100 größten Städten Chinas im Dezember um 0,2 Prozent, das ist der siebte Anstieg in Folge. Die Regierung in Peking arbeitet seit drei Jahren daran, den Immobilienmarkt abzukühlen.

 
A customer looks at price tags at the vegetable section of a supermarket in Hefei, Anhui province, December 9, 2012. China's annual consumer inflation rebounded from 33-month lows to 2 percent in November, dimming the chance for more monetary policy easing as its economy recovers. REUTERS/Stringer (CHINA - Tags: BUSINESS)