Ausland kommt Mali im Kampf gegen Islamisten zu Hilfe

Samstag, 12. Januar 2013, 13:24 Uhr
 

Paris/Bamako (Reuters) - Mit wachsender Unterstützung aus dem Ausland treibt Mali seinen Kampf gegen islamistische Rebellen voran.

Frankreich setzte nach eigenen Angaben seine Luftangriffe in dem westafrikanischen Land auch am Samstag fort und schickte Soldaten in die Hauptstadt Bamako. Frankreich hatte den Einsatz am Freitag begonnen, um den Vorstoß der mit Al-Kaida verbundenen Aufständischen in Richtung Hauptstadt zu stoppen. Mit Frankreichs Unterstützung eroberten die Streitkräfte Malis bereits eine strategisch wichtige Stadt im Norden des Landes zurück. Neben der ehemaligen Kolonialmacht eilt nun auch das afrikanische Regionalbündnis Ecowas Mali zu Hilfe. Mit den Einsätzen gegen die Rebellen soll verhindert werden, dass Mali zum Rückzugsgebiet für Extremisten wird.

Bei der Intervention der Franzosen wurde der Pariser Regierung zufolge bereits am ersten Tag ein Soldat getötet. Ein Pilot sei am Freitag ums Leben gekommen, erklärte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. An dem Einsatz seien insgesamt mehrere hundert Soldaten beteiligt. Am Samstag habe die Luftwaffe eine Gruppe Aufständischer ins Visier genommen, die auf dem Vormarsch auf die Stadt Mopti waren. Mit der Militärunterstützung Frankreichs rückten die Regierungstruppen wieder in Konna ein, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Reuters am Freitagabend. Die Stadt war erst am Vortag von Al-Kaida-nahen Aufständischen besetzt worden.

Zum Beginn der Woche bekommen die Streitkräfte Malis auch Hilfe aus der Region: Ecowas-Truppen würden spätestens von Montag an in Mali eintreffen, teilte die Organisation mit. Das Mandat zur Stationierung sei am Freitag unterzeichnet worden, erklärte die Regierung der Elfenbeinküste. Sie hält derzeit turnusgemäß den Ecowas-Vorsitz. Das Bündnis hat sich seit Monaten um internationale Unterstützung für einen Einsatz in Mali bemüht, um die seit April andauernde Herrschaft der Islamisten im Norden des Landes zu brechen. Die Region wird von mehreren mit Al-Kaida verbündeten Gruppen kontrolliert.

Die Franzosen entschlossen sich zu ihrem Einsatz, als die Aufständischen zuletzt die Stadt Sevare einzunehmen drohten - ein Militärstützpunkt, von dem aus die 500 Kilometer südlich gelegene Hauptstadt Bamako erreichbar ist. Die französische Regierung betonte am Samstag, zwischen der Mali-Intervention und dem Versuch, eine französische Geisel in Somalia zu befreien, gebe es keinerlei Verbindungen. In Frankreich war befürchtet worden, dass ein Vorgehen gegen Al-Kaida-Gruppen in Mali französische Geiseln in Afrika in Gefahr bringen könnte.

 
Vehicles cross on a bridge in the Malian capital of Bamako, January 12, 2013. West African regional bloc ECOWAS will begin sending soldiers to Mali by Monday as part of a mission to drive al Qaeda-linked fighters from the country's north, an Ivory Coast government official said on Saturday. REUTERS/Joe Penney (MALI - Tags: CITYSCAPE POLITICS TRANSPORT)