Blutbad bei französischem Einsatz für Geisel in Somalia

Sonntag, 13. Januar 2013, 11:20 Uhr
 

Paris/Mogadischu (Reuters) - In Somalia hat ein Einsatz zur Befreiung eines französischen Geheimagenten aus der Hand von Islamisten offenbar ein tragisches Ende genommen.

Alles deute daraufhin, dass Denis Allex im Kampf von seinen Geiselnehmern getötet wurde, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Samstag. Er äußerte sich vorsichtig, nachdem sein Ministerium bereits den Tod des seit gut drei Jahren von der Schabaab-Miliz festgehaltenen Allex gemeldet hatte. Doch die Extremisten erklärten, der Mann sei noch am Leben und in ihrer Gewalt. Die Franzosen starteten den Rettungsversuch am selben Tag wie ihren Militäreinsatz in Mali, bei dem ein Pilot getötet wurde. Präsident Francois Hollande steht damit vor seiner ersten großen außenpolitischen Bewährungsprobe.

"Es kam zu heftigen Gefechten", sagte Le Drian. "Ich will mich nun vorsichtig ausdrücken: Alles veranlasst uns zu der Annahme, dass Denis Allex dabei leider von seinen Entführern getötet wurde." Die mit Al-Kaida verbündete Schabaab-Miliz erklärte dagegen, der Franzose werde jetzt an einem Ort festgehalten, der weit von der angegriffenen Stellung entfernt sei. Bei den Kämpfen seien mehrere französische Soldaten getötet worden, die flüchtenden Kameraden hätten einen von ihnen zurückgelassen. Le Drian sagte, ein französischer Soldat sei ums Leben gekommen und ein weiterer werde vermisst.

Allex war einer von zwei französischen Geheimdienst-Mitarbeitern, die 2009 in Mogadischu von der Schabaab-Miliz verschleppt wurden. Der zweite konnte kurz darauf entkommen, Allex blieb jahrelang in der Gewalt der Entführer. Diese hätten den Franzosen unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und Verhandlungen hätten nicht gefruchtet, erklärte die Pariser Regierung. Deshalb habe sie sich zu dem Befreiungsversuch entschlossen. Dieser habe aber keinerlei Verbindungen zu dem am selben Tag gestarteten Militäreinsatz in Mali. In Frankreich war befürchtet worden, dass ein Vorgehen gegen Al-Kaida-Gruppen in Mali französische Geiseln andernorts in Afrika in Gefahr bringen könnte. Dort sind acht Franzosen in der Hand von Islamisten.

In Somalia hatten die Extremisten für die Freilassung von Allex eine Reihe von Forderungen gestellt. So verlangten sie, dass Frankreich seine Unterstützung für die Regierung Somalias einstellt und die Afrikanische Union ihre Friedenstruppen abzieht. Die fast 18.000 Soldaten unterstützen in dem weitgehend rechtslosen Land am Horn von Afrika den Kampf gegen die Rebellen. Im Oktober tauchte auf einer islamistischen Internetseite ein Video auf, in dem Allex um sein Leben fürchtete und Präsident Hollande um Verhandlungen für seine Freilassung bat. Hollande sagte damals Gespräche zu.