Islamisten in Mali starten Gegenoffensive

Montag, 14. Januar 2013, 13:06 Uhr
 

Bamako/Paris/Berlin (Reuters) - Nach dreitägigen französischen Luftangriffen haben die islamistischen Rebellen in Mali eine Gegenoffensive gestartet.

Die al-kaida-nahen Extremisten hätten nach schweren Kämpfen am Montag die Stadt Diabaly im Landeszentrum erobert, erklärte das französische Verteidigungsministerium. Wie Anwohner berichteten, waren die Islamisten in der Nacht heimlich in den Ort eingedrungen. Die Extremisten drohten, die Regierung in Paris in einen langwierigen Konflikt zu ziehen: "Frankreich hat das Tor zur Hölle für alle Franzosen geöffnet" Die Regierung sei in eine Falle getappt, die weit gefährlicher als der Irak, Afghanistan und Somalia sei, sagte ein Sprecher der Gruppe Mujwa dem Rundfunksender "Europe 1".

Die Nato befürwortete die Militärintervention Frankreichs. Eine Anfrage auf Unterstützung liege der Militärallianz nicht vor, fügte eine Sprecherin hinzu. Deutschland will sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen, prüft aber eine anderweitige Unterstützung des EU-Partners.

Frankreich hatte am Freitag in die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den Rebellen eingegriffen und seitdem mehrfach deren Stellungen im Norden des afrikanischen Landes bombardiert. Dabei kamen Dutzende islamistische Kämpfer ums Leben. Die Islamisten beherrschen den Norden des afrikanischen Landes. Befürchtet wird, dass sie ihre Stellungen dort als Ausgangsbasis für Angriffe auf den Westen sowie für die Zusammenarbeit mit Al-Kaida im Jemen, Somalia und Nordafrika nutzen.

 
Market vendors carry their wares away from a fire at Ngolonina market in the Malian capital of Bamako, January 12, 2013.The fire was started after an accident at a gasoline depot. REUTERS/Joe Penney (MALI - Tags: DISASTER)