"Sandy" passt bei Hannover Rück und Talanx ins Budget

Montag, 14. Januar 2013, 16:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Hurrikan "Sandy" kann die Gewinnplanungen des Versicherers Talanx und seiner Tochter Hannover Rück nicht durcheinanderwirbeln.

Der Sturm hatte im Oktober vor allem im Nordosten der USA verheerende Schäden von 50 Milliarden Dollar verursacht. Bei Talanx bleiben davon 306 Millionen Euro hängen, beim weltweit drittgrößten Rückversicherer Hannover Rück netto 238 Millionen Euro. Doch hielten sich die Zahl von Naturkatastrophen und deren Folgen im vergangenen Jahr insgesamt in Grenzen so, dass beide mit ihren Budgets für Großschäden locker zurechtkamen. Talanx hatte von den dafür beiseite gelegten 640 Millionen Euro bis September erst 243 Millionen gebraucht.

Talanx und Hannover Rück haben ihre Gewinnziele vergangenes Jahr damit offenbar erreicht. "Unsere Erwartung, für 2012 ein Konzernergebnis von mehr als 800 Millionen Euro erreichen zu können, wird durch diese Schadenbelastung nicht beeinträchtigt", bekräftigte Hannover-Rück-Vorstandschef Ulrich Wallin in seiner Schadenbilanz. "Sandy" war für das Unternehmen der mit Abstand größte Einzelschaden des Jahres, doch werde der Rückversicherer sein Großschaden-Budget von 560 Millionen Euro nicht ausschöpfen müssen. Von den 261 Millionen Euro, die Hannover Rück für Sandy zahlen muss, würden 23,5 Millionen Euro durch nachträgliche Prämienerhöhungen wettgemacht.

Bei Talanx sollten 2012 unter dem Strich etwas mehr als 600 Millionen Euro Gewinn zu Buche stehen. Daran habe sich mit Sandy nichts geändert, sagte ein Sprecher am Montag. Der Börsenneuling hält 50,2 Prozent an Hannover Rück.

Nach Schätzungen von Branchenexperten wird Sandy Versicherer weltweit 25 Milliarden Dollar kosten. Andere Versicherer und Rückversicherer hat der Wirbelsturm weit härter getroffen: Die Swiss Re hatte ihre Schadenbelastung auf 900 Millionen Dollar veranschlagt, der Branchenprimus Münchener Rück hat einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag genannt.

Hannover Rück hat seinen Aktionären für 2012 eine großzügigere Ausschüttung versprochen. Das Unternehmen habe mehr Eigenkapital als es derzeit brauche und wolle es auf diese Weise "vorsichtig zurückführen", hatte Vorstandschef Wallin kürzlich in einem Interview gesagt. Deshalb soll die Dividende deutlich über den für 2011 gezahlten 2,10 Euro liegen und etwas über 40 Prozent des Gewinns betragen. Analysten erwarten Beträge zwischen 2,70 und 3,00 Euro. "Und sicher ist auch, dass unser Großaktionär, die Talanx AG, mit einer Dividende von zum Beispiel 2,60 Euro nicht zufrieden wäre", hatte Wallin gesagt. Talanx hatte bei seinem Börsengang im Herbst Anleger auch mit der Aussicht auf eine höhere Ausschüttung der Tochterfirma Hannover Rück gelockt.

 
A new fire hydrant protrudes from the sand in a neighborhood that was heavily damaged by Hurricane Sandy, in Ortley Beach, New Jersey, January 7, 2013. Continuous efforts are underway to rebuild parts of the town destroyed in late October 2012 by the superstorm. REUTERS/Tom Mihalek (UNITED STATES - Tags: DISASTER ENVIRONMENT SOCIETY)