Euro setzt Höhenflug fort - Dax schließt fester

Montag, 14. Januar 2013, 17:55 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Aussicht auf stabile Zinsen macht den Euro weiter beliebt: Die Gemeinschaftswährung stieg zu Wochenbeginn auf ein Elf-Monats-Hoch von 1,3403 Dollar.

"Wir sehen ein positives Umfeld für den Euro und rechnen damit, dass er innerhalb von drei Monaten die Marke von 1,35 Dollar erreicht", sagte Devisenstratege Marcus Hettinger von Credit Suisse. Der Dax schloss 0,2 Prozent fester bei 7729,52 Punkten. Gebremst wurde der deutsche Aktienmarkt von den US-Börsen, an denen vor allem ein kräftiges Minus der Apple-Aktie die Stimmung drückte.

Seit EZB-Präsident Mario Draghi vergangenen Donnerstag einen optimistischeren Ton zur konjunkturellen Entwicklung angeschlagen hat, ist der Euro kaum noch zu bremsen. Die meisten Investoren gehen davon aus, dass eine Zinssenkung zur Ankurbelung der Wirtschaft vorerst vom Tisch ist - die Gemeinschaftswährung kommt seit Mittwoch auf ein Plus von gut dreieinhalb US-Cent. Am späten Montagnachmittag wurde sie mit 1,3358 Dollar gehandelt.

Der EuroStoxx50 beendete den Tag 0,1 Prozent im Minus bei 2716 Zählern, nachdem er zeitweise den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren erreicht hatte. Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten notierte in New York nahezu unverändert bei 13.489 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 1468 Zähler ab. Der Nasdaq sank um 0,4 Prozent auf 3112 Punkte.

Zu schaffen machte den Börsianern an der Wall Street vor allem die Apple-Aktie, die 2,9 Prozent nachgab. Einem japanischen Zeitungsbericht zufolge hat der Konzern seine LCD-Screen-Bestellungen für das iPhone 5 für das laufende Quartal fast halbiert. Apple fielen in Frankfurt um 3,3 Prozent. In New York standen auch die Anteilsscheine der Zulieferer Cirrus Logic und Qualcomm mit Abschlägen von acht und 1,3 Prozent auf der Verkaufsliste. Die Titel des Zulieferers Dialog Semiconductor verbilligten sich im TecDax um 6,9 Prozent.

Für Enttäuschung sorgten am Montag auch die Produktionsdaten der Industrie in der Euro-Zone. Die Firmen drosselten ihren Ausstoß im November um 0,3 Prozent. Analysten hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. In Italien sank der gesamte Ausstoß im Verarbeitenden Gewerbe um ein Prozent zum Oktober.

COMMERZBANK NACH VERLUSTEN AUF ERHOLUNGSKURS

Zulegen konnten im Dax die Commerzbank-Titel, die sich von ihren zuletzt deutlichen Verlusten erholten und 1,5 Prozent fester schlossen.

Zu den größten Dax-Verlierern gehörten die Papiere von Continental mit einem Minus von 1,5 Prozent. Der Autozulieferer und Reifenhersteller peilt angesichts der schwachen Vorzeichen an den Automobilmärkten für 2013 nur ein Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 34 Milliarden Euro an. Im abgelaufenen Jahr waren die Erlöse noch um sieben Prozent gestiegen.

Im MDax machten Sky Deutschland von sich reden: Der australische Medienzar Rupert Murdoch hat die Mehrheit an dem Konzern übernommen. Zugleich sicherte sich der Sender neue Kredite, um die teuer gekauften Bundesligarechte zu finanzieren. "Die Aufstockung der Anteile zeigt das Zutrauen des Mehrheitseigentümers", sagte ein Börsianer. Auch DZ-Bank-Analyst Harald Haider äußerte sich positiv. "Die neue Finanzierung ebnet den Weg für weiteres Wachstum." Die Sky-Aktien gehörten mit einem Plus von 1,9 Prozent zu den Spitzenwerten im Nebenwerte-Index.

An der Amsterdamer Börse drückte die geplatzte Übernahme durch UPS die Aktien von TNT Express um 41 Prozent auf 4,84 Euro. Zeitweise waren die Anteilsscheine des Logistikers mit 4,05 Euro so billig wie nie zuvor. Der US-Paketzusteller will seine 5,2 Milliarden Euro schwere Offerte für TNT Express wegen wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission zurückziehen. UPS-Aktien legten 1,5 Prozent zu. Im Dax schlossen die Papiere der Deutschen Post 0,1 Prozent fester. Der Bonner Konzern hat nach eigenen Angaben kein Interesse an einer Übernahme von TNT Express.

 
The DAX board is pictured at the Frankfurt stock exchange January 14, 2013. REUTERS/Remote/Lizza David (GERMANY - Tags: BUSINESS)