Auslandsinvestitionen in China sinken erstmals seit drei Jahren

Mittwoch, 16. Januar 2013, 08:19 Uhr
 

Peking (Reuters) - Ausländische Firmen haben 2012 erstmals seit der Finanzkrise weniger in China investiert.

Die Investitionen sanken um vier Prozent auf 111,7 Milliarden Dollar und lagen damit etwas unter dem Rekordwert von 2011, wie aus Daten vom Mittwoch hervorgeht. Experten sehen den Rückgang nicht als Anzeichen dafür, dass das Vertrauen der Investoren in China zurückgeht. Vielmehr sei nun mit einer Stabilisierung zu rechnen. "Wir werden in den nächsten Jahren Investitionen im Volumen von 110 bis 120 Milliarden Dollar pro Jahr sehen", sagte Tim Condon, Volkswirt bei ING in Singapur.

China ist im November 2001 der Welthandelsorganisation WTO beigetreten, seither haben sich die Investitionen mehr als verdoppelt. Die Wirtschaft des asiatischen Landes hatte zuletzt etwas an Fahrt verloren. Am Freitag werden die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt vorgelegt. Analysten rechnen im vierten Quartal mit einem Anstieg um 7,8 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Im Sommer waren es noch lediglich 7,4 Prozent, so wenig wie seit Anfang 2009 nicht mehr.

China müsse sich nun stärker um ausländische Unternehmen bemühen, sagte Shen Danyang vom Handelsministerium. "Es stimmt, dass manche Industriebetriebe das Land verlassen. Eine großangelegte Kapitalflucht sei jedoch nicht zu erkennen. Vor allem europäische und asiatische Firmen schränkten ihre Investitionen ein. Aus den USA kam dagegen mehr Geld.