Deutschland steuert zwei Flugzeuge zu Mali-Einsatz bei

Mittwoch, 16. Januar 2013, 17:42 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Deutschland stellt für den Militäreinsatz einer afrikanischen Eingreiftruppe in Mali kurzfristig zwei Transportflugzeuge bereit und schließt auch weitere Militärhilfe nicht aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Vorsitzende der Westafrikanischen Wirtschaftsunion Ecowas, Alassane Ouattara, warnten davor, dass ohne ein schnelles Zurückdrängen der islamistischen Rebellen der Konflikt in Nachbarländer und auch auf Europa übergreifen könne. Frankreich verstärkte am Mittwoch massiv seinen Militäreinsatz in dem afrikanischen Land und rückte erstmals mit einem größeren Truppenverband nach Norden vor, der unter Kontrolle der islamistischen Rebellen ist.

Merkel betonte, Deutschland werde der Ecowas zunächst zwei Transportmaschinen des Typs "Transall" zur Verfügung stellen, um afrikanische Soldaten in die malische Hauptstadt Bamako zu fliegen. "Wenn sich die Lage ändert, dann werden wir uns selbstverständlich nicht scheuen, ein Bundestagsmandat zu beantragen", fügte sie nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Elfenbeinküste auf die Frage hinzu, ob die Bundeswehr-Flugzeuge die Soldaten auch innerhalb Malis nach Norden fliegen könnten. Dazu müsse man abwarten, welche weiteren Anforderungen gestellt würden, betonte Merkel.

Ouattara betonte, dass die Ecowas-Staaten am Freitag über Umfang und Start des Militäreinsatzes beraten würden und dann die Soldaten möglichst schnell nach Mali verlegen wollten. "Bamako ist natürlich nur eine Etappe", sagte er. Jede weitere Hilfe sei willkommen, gerade die Deutschlands. Ausdrücklich dankte er Frankreich für sein schnelles Eingreifen. Er hoffe, dass alle Europäer die Aktion unterstützten. "Wir Afrikaner tun es."

LOGISTISCHE UND HUMANITÄRE HILFE

Zuvor hatte schon Verteidigungsminister Thomas de Maiziere betont, dass ein Bundestagsmandat für die Flüge nach Bamako nicht erforderlich sei. Sobald die ebenfalls erwogene Ausbildung malischer Soldaten beginne, werde der Bundestag aber um Zustimmung gebeten, sagte Merkel. Beide wiesen den Vorwurf zurück, Deutschland tue nicht genug. "Wir sollten mehr darüber reden, was wir tun und nicht darüber reden, was wir nicht tun", sagte der Verteidigungsminister. Frankreich habe anders als die Ecowas Transporthilfe der Briten erhalten.

Außenminister Guido Westerwelle kündigte zudem humanitäre Hilfe für die Bevölkerung an. Die Bundesregierung werde dazu eine Million Euro zur Verfügung stellen, die insbesondere der Versorgung von Flüchtlingen dienen solle. Zudem sei auch medizinische Hilfe für Soldaten möglich, sagten beide Minister.

FRANKREICH VERSTÄRKT VORMARSCH

Die französischen Truppen starteten am Mittwoch ihre erste Bodenoffensive gegen die islamistischen Rebellen. Französische Soldaten und Einheiten der malischen Armee hätten zuvor die Aufständischen in der Stadt Diabaly eingekesselt, hieß es in Militärkreisen. "Die malische Armee sichert gleichzeitig das Grenzgebiet zu Mauretanien." Die Stadt Niono liegt etwa 300 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt.   Fortsetzung...

 
German Chancellor Angela Merkel (L) and Ivory Coast's President Alassane Ouattara inspect the guard of honour during a welcome ceremony before talks in Berlin January 16, 2013. REUTERS/Tobias Schwarz (GERMANY - Tags: POLITICS)