Wall Street schließt auf höchstem Stand seit fünf Jahren

Freitag, 18. Januar 2013, 07:34 Uhr
 

New York/Frankfurt (Reuters) - Besser als erwartete Daten vom Immobilien- und Arbeitsmarkt in den USA haben die Anleger am Donnerstag in Kauflaune versetzt.

Auch eine als positiv bewertete Anleihe-Auktion Spaniens beruhigte die Investoren. In New York ließ ein kräftiger Gewinnanstieg bei eBay Börsianer zudem auf ausgabenfreudige Verbraucher hoffen. Die Wall Street schloss auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten beendete den Handel 0,6 Prozent höher bei 13.596 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.511 und 13.633 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,56 Prozent auf 1480 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um knapp 0,6 Prozent auf 3136 Zähler. Der Dax schloss 0,6 Prozent fester bei 7735 Zählern. Der EuroStoxx50 erhöhte sich um 0,6 Prozent auf 2718 Punkte.

In den USA stieg die Zahl der Baubeginne im Dezember auf 954.000 und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Zugleich überraschten US-Arbeitsmarktdaten positiv. Die gute Entwicklung im Immobiliensektor setze sich fort, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. "Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind überraschend positiv und mit einem robusten Aufbau neuer Stellen vereinbar." Harry Clark, Geschäftsführer der Clark Capital Management Group reagierte ähnlich positiv: Es scheine eine gute Stimmung im Land zu herrschen.

BANK OF AMERICA UND CITIGROUP IM MINUS

Dass der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia im Januar absackte, schmälerte die Kursgewinne allerdings etwas. Auch drückten schwächere Finanzwerte auf die Kurse. Die Quartalsergebnisse der Bank of America und der Citigroup überzeugten in New York allerdings nicht. Beide Papiere rutschen vom Start weg ins Minus: Bank of America verlor 4,2 Prozent, Citigroup 2,9 Prozent. Das einst weltgrößte Finanzinstitut Citigroup und die traditionsreiche Bank of America haben mit Altlasten aus der Finanzkrise zu kämpfen und müssen sich nach wie vor mit teuren Rechtsstreitigkeiten herumschlagen. Hinzu kommen Milliardenkosten für den Umbau der Konzerne, die drastisch schrumpfen müssen und Tausende Stellen streichen.

Durch die Probleme bei Prestigeflieger Dreamliner stand die Boeing-Aktie erneut im Fokus. Nach kräftigen Verlusten am Vortag gewann das Papier diesmal 1,2 Prozent an Wert. Fast alle der weltweit ausgelieferten Flieger müssen auf Anordnung der Behörden wegen Batterie-Problemen auf unbestimmte Zeit am Boden bleiben. Von der Misere profitierten in Paris Papiere des Konkurrenten EADS mit einem Plus von fast vier Prozent.

Die eBay-Aktie gewann 2,4 Prozent. Der Online-Händler profitiert von den wiedererstarkten Online-Marktplätzen und dem Bezahldienst PayPal.

Die Aktien von Columbia Sportswear rutschten um 2,6 Prozent ab, nachdem sich der Hersteller von Sport- und Outdoorbekleidung skeptisch zum Wintergeschäft geäußert hatte.