Mehr als 23 getötete Geiseln in Algerien

Sonntag, 20. Januar 2013, 12:11 Uhr
 

Algier/London (Reuters) - Bei dem Geiseldrama in Algerien sind mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang angenommen.

Nach der Erstürmung der Erdgasförderanlage am Samstag war das Militär zunächst von 23 toten Geiseln ausgegangen. Diese Zahl werde aber noch steigen, sagte Kommunikationsminister Mohammed Said am Sonntag der amtlichen Nachrichtenagentur APS. Die genaue Opferzahl werde aber erst in einigen Stunden feststehen.

Von dem Drama im weiteren Sinne betroffen waren auch zwei deutsche Mitarbeiter einer Bohrfirma. Die beiden hätten sich aber nicht unter den Geiseln befunden, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. "Sie waren während der Geiselnahme mehrere Kilometer entfernt an ihrem Einsatzort und haben die letzten Tage an einem sicheren Ort in der Obhut algerischer Sicherheitskräfte verbracht." Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut.

Die Zahl von 32 getöteten Geiselnehmern bestätigte die algerische Regierung. Sie stammten demnach aus sechs Ländern. Den Angaben von Samstag zufolge überlebten insgesamt 107 ausländische und 685 algerische Geiseln. Die Extremisten, die offenbar in Verbindungen zur radikal-islamischen Al-Kaida standen, hatten sich seit Mittwoch in der Anlage in der Sahara verschanzt. Sie forderten ein Ende des französischen Militäreinsatzes gegen islamistische Rebellen in Mali.

 
A road sign indicating the Tiguentourine gas plant is seen near the mobile hospital tent for first aid, about 130 km from the Algerian and Libyan border, where Islamist militants have been holding foreigners hostage, January 19, 2013. REUTERS/Louafi Larbi