Japans Regierung und Notenbank vor Einigung in Geldpolitik

Sonntag, 20. Januar 2013, 13:59 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Im Kampf gegen die Wirtschaftsflaute in Japan sind Regierung und Notenbank einer Einigung auf ein neues Konzept für die Geldpolitik nähergekommen.

Beide Seiten hätten sich aufeinander zu bewegt, sagte Wirtschaftsminister Akira Amari am Sonntag. Es sei nötig, dass sich Regierung und Notenbank gemeinsame Ziele wie etwa bei der Inflation setzten und ihre Zusammenarbeit ausbauten. Details nannte er nicht. Die Regierung hatte die Notenbank zuletzt dazu gedrängt, ihr Inflationsziel auf zwei Prozent zu verdoppeln und ihr Mandat auch auf die Förderung des Arbeitsmarktes auszudehnen.

Von mit den Plänen vertrauten Personen verlautete in der vorigen Woche, dass Regierung und Zentralbank sich bereits auf die Verdoppelung des Inflationsziel auf zwei Prozent geeinigt hätten. Die Währungshüter sollen diese Marke auf ihrer Sitzung am Montag und Dienstag beschließen. Den Kreisen zufolge werde die Notenbank dann auch erwägen, ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen des hoch verschuldeten Landes solange laufen zu lassen, bis das neue Ziel in Sicht sei.

Die jüngsten Überlegungen in Japan signalisieren, dass das Land unter seinem neuen Regierungschef Shinzo Abe trotz einer Rekord-Verschuldung von über 230 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung und eines niedrigen Leitzinses von 0,1 Prozent noch stärker auf eine expansive Finanz- und Geldpolitik setzt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich zuletzt bereits besorgt über diesen Kurs geäußert.

 
People walk past a street covered with snow in front of the Bank of Japan in Tokyo January 15, 2013. REUTERS/Kim Kyung-Hoon