In Niedersachsen zeichnet sich mäßige Wahlbeteiligung ab

Sonntag, 20. Januar 2013, 13:58 Uhr
 

Hannover (Reuters) - Bei der Landtagswahl in Niedersachsen zeichnete sich am Sonntag eine mäßige Wahlbeteiligung ab.

Bis zum Mittag hätten 23,03 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte die Landeswahlleiterin in Hannover mit. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt 22,65 Prozent. Damals hatten am Ende 57,1 Prozent der Berechtigten gewählt, das war die niedrigste Wahlbeteiligung in der Geschichte des Landes.

Rund 6,2 Millionen Niedersachsen können noch bis 18.00 Uhr ihre Stimme abgeben. Mit ersten Ergebnissen ist kurz nach Schließung der Wahllokale zu rechnen.

Meinungsforscher sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Lagern Schwarz-Gelb und Rot-Grün voraus. Offen ist, ob die FDP den Wiedereinzug in den Landtag schafft und Ministerpräsident David McAllister (CDU) damit seine schwarz-gelbe Koalition fortsetzen kann. Der Spitzenkandidat der SPD, Stephan Weil, hat sich für ein Bündnis mit den Grünen ausgesprochen. "Ich bin zuversichtlich, aber ich weiß auch, das wird ein ganz, ganz knappes Rennen", sagte Weil bei der Stimmabgabe in Hannover.

Die FDP hatte zuletzt in den Umfragen auf fünf Prozent zugelegt und könnte damit knapp wieder in den Landtag einziehen. Linkspartei und Piratenpartei dürften an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Vom Ergebnis der FDP in Niedersachsen hängt auch die politische Zukunft von FDP-Chef Philipp Rösler ab, der zuletzt aus den eigenen Reihen immer mehr unter Druck geriet. Die Landtagswahl gilt zudem als Stimmungsbarometer für die Bundestagswahl im September. Sie könnte auch die Mehrheitsverhältnisse in der Länderkammer zum Nachteil der Union verschieben. Sollten Sozialdemokraten und Grüne in Hannover eine Regierung bilden, gäbe es im Bundesrat erstmals seit 1998 eine eigene Mehrheit der nur von SPD, Grünen und Linkspartei regierten Länder.

Bei der Landtagswahl 2008 kam die CDU auf 42,5 Prozent der Stimmen. Die SPD erhielt mit 30,3 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in dem Land. Auf die FDP entfielen 8,2 Prozent, auf die Grünen 8,0 Prozent. Die Linkspartei bekam vor fünf Jahren 7,1 Prozent der Stimmen.

 
Lower Saxony federal state premier David McAllister of the Christian Democratic Union party CDU casts his vote in the Lower Saxony state election at a polling station in the northern German town of Bad Bederkesa January 20, 2013. REUTERS/Wolfgang Rattay