Obama tritt zweite Amtszeit an - Große Feier am Montag

Montag, 21. Januar 2013, 07:53 Uhr
 

Washington (Reuters) - US-Präsident Barack Obama hat seine zweite Amtszeit angetreten.

Zweieinhalb Monate nach seiner Wiederwahl legte der 51-Jährige den Amtseid am Sonntag in kleiner Runde im Weißen Haus ab. Am Montag folgt die öffentliche Zeremonie auf den Stufen des Kapitols in Washington, zu der bis zu 800.000 Menschen erwartet werden. Dabei wird der erste schwarze Präsident der USA auch eine Rede halten, in der er einen Ausblick auf einige seiner Vorhaben in den kommenden vier Jahre geben dürfte.

Obama sieht sich mit vielen Problemen konfrontiert, die bereits seine erste Amtszeit prägten: hohe Arbeitslosigkeit, ein schwieriges Wirtschaftsumfeld, ein gigantischer Schuldenberg und ein tiefer ideologischer Graben zwischen den politischen Lagern, der es extrem schwer macht, Kompromisse zu schmieden. Im Mittelpunkt der kommenden Monate dürfte unter anderem die Debatte um die Sanierung des Staatshaushalts stehen. Außerdem will sich Obama nach dem Massaker an einer Grundschule in Connecticut im Dezember für schärfere Regelen zum Waffenbesitz einsetzen. Auf der Agenda hat er auch eine Reform der Einwanderungsgesetze und des Steuerwesens.

Außenpolitische Herausforderungen stellen sich unter anderem in Afghanistan, wo Obama den US-Kriegseinsatz beenden will, oder in Nordafrika, wo Islamisten im Aufwind sind, wie jüngst erst wieder die Geiselnahme in einer Erdgasanlage in Algerien gezeigt hat. Ungelöst ist auch der Streit mit dem Iran um dessen Atomprogramm. Mit konkreten politischen Vorschlägen wird am Montag jedoch nicht gerechnet. Dies dürfte sich der Präsident für seine jährliche Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress am 12. Februar aufheben.

Am Montag legt Obama den Amtseid insgesamt zum vierten Mal ab. Zwei Mal tat er dies 2009, als er in das Weiße Haus einzog. Damals war eine Wiederholung nötig, weil der oberste Richter der USA, John Roberts, sich bei der eigentlichen Zeremonie versprochen hatte. Dieses Jahr spricht Obama die 35 Worte zwei Mal, weil die großen Feierlichkeiten nicht auf einem Sonntag liegen sollten, die Verfassung aber vorschreibt, dass der Präsident stets an einem 20. Januar sein Amt antritt.

 
U.S. President Barack Obama smiles as he listens to first lady Michelle Obama at an inaugural reception at the National Building Museum in Washington January 20, 2013. REUTERS/Larry Downing