Bundesbank: Wirtschaft schon auf dem Weg der Besserung

Montag, 21. Januar 2013, 16:24 Uhr
 

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Nach ihrem Schwächeanfall ist die deutsche Wirtschaft aus Sicht der Bundesbank zu Jahresbeginn auf dem Weg der Besserung.

Für die Zeit von Januar bis März deute sich "eine Gegenbewegung an", schreibt die Zentralbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Die Perspektiven hellten sich damit zum Jahresauftakt auf. Der stabile Arbeitsmarkt und steigende Beschäftigungsaussichten signalisierten, dass die Schwäche bald überwunden sei. Die Konjunktur war zum Jahresende 2012 im Sog der Eurokrise und globalen Wirtschaftsflaute um 0,5 Prozent geschrumpft. Stoppt die Wirtschaft Anfang 2013 die Talfahrt oder schafft sie gar ein Wachstum, bleibt ihr eine Rezession erspart.

Volkswirte verwenden das R-Wort, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge zurückgeht. Doch auch wenn dieses Szenario nicht eintritt, wird 2013 konjunkturell eher durchwachsen ausfallen. Die Bundesbank hatte jüngst ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 1,6 auf 0,4 Prozent gesenkt. Ähnlich skeptisch ist die Bundesregierung.

Ein Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft nach der Delle zum Jahresende 2012 wieder aus dem Konjunkturtal herausbewegt, liefert der Auftragseingang der Industrie: Seit Herbstbeginn gebe es wegen der anziehenden Nachfrage aus Drittländern "eine zaghafte Belebungstendenz", schreibt die Bundesbank. Zudem blicken die Firmen wieder optimistischer nach vorn. "Die Erwartungen der Unternehmen haben sich spürbar aufgehellt. Das gilt insbesondere für die Beurteilung der Exportchancen."

Die Stimmung der deutschen Unternehmen dürfte sich zum Jahresanfang das dritte Mal in Folge aufgehellt haben. Der Ifo-Geschäftsklimaindex wird im Januar wohl erneut steigen, wie aus einer Reuters-Umfrage unter 40 Analysten hervorgeht. Das Münchner Ifo-Institut veröffentlicht die am Finanzmarkt viel beachtete Umfrage unter 7000 Firmen am Freitag.

STEIGENDE TARIFLÖHNE

Die Wirtschaft war 2012 deutlich schwächer gewachsen und musste der Schuldenkrise in Europa Tribut zollen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nur um 0,7 Prozent. Dennoch hatten die Verbraucher im vergangenen Jahr wieder mehr Geld in der Tasche. Die Tariflöhne- und gehälter stiegen im Schnitt um 2,7 Prozent, wie das gewerkschaftsnahe WSI-Institut mitteilte. Im Gegensatz zu 2011 blieb den Konsumenten damit nach Abzug der Inflation wieder ein Plus von 0,7 Prozent im Geldbeutel. "Anders als im Vorjahr sind die tariflichen Grundvergütungen 2012 real wieder gestiegen", sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.

In der laufenden Tarifrunde stehen 2013 wieder Verhandlungen in Schlüsselbereichen an wie in der Metall- und Elektroindustrie, am Bau und im öffentlichen Dienst der Länder. Die bisherigen Tarifforderungen der Gewerkschaften bewegen sich zwischen 5,0 und 6,5 Prozent.

 
A worker controls the cast at a blast furnace of German steel manufacturer Salzgitter AG in Salzgitter March 24, 2010. German steel maker Salzgitter AG announces its annual figures on Friday, March 26. REUTERS/Christian Charisius (GERMANY - Tags: BUSINESS IMAGES OF THE DAY)