Japans Notenbank dreht Geldhahn weit auf

Dienstag, 22. Januar 2013, 08:22 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Japan will den stotternden Wachstumsmotor mit einer wahren Geldschwemme wieder auf Tour bringen.

Im Kampf gegen die Konjunkturflaute und anhaltende Deflation drehte die Notenbank des hoch verschuldeten Landes am Dienstag den Geldhahn bis zum Anschlag auf. Die Währungshüter kündigten unbefristete Anleihenkäufe an. Das überraschte Marktteilnehmer, die eine schrittweise Ausweitung des Anleihenkaufprogramms erwartet hatten. Zugleich verdoppelte die Bank von Japan ihr Inflationsziel auf zwei Prozent.

Der Yen fiel und tendierte zum Dollar nahe des tiefsten Stands seit zweieinhalb Jahren. Der Dollar kletterte auf 90,18 Yen. An der Börse legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zunächst zu, rutschte nach wenigen Minuten aber 0,5 Prozent auf 10.688 Punkte ins Minus.

Die Regierung in Tokio hatte zuletzt den Druck auf die Notenbank erhöht, das Ziel für die Inflation anzuheben und ihr Mandat auch auf die Förderung des Arbeitsmarktes auszudehnen. Sie ist auf die Hilfe der Notenbank angewiesen, um die Konjunkturflaute zu überwinden, weil sie angesichts einer Staatsverschuldung von etwa 235 Prozent der Wirtschaftsleistung kaum noch Spielraum für weitere Konjunkturpakete hat. Japan befindet sich nunmehr zum vierten Mal seit der Jahrtausendwende in einer Rezession. Zudem leidet das Land unter einer hartnäckigen Deflation - also einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkender Investitionsbereitschaft.

 
People walk past a street covered with snow in front of the Bank of Japan in Tokyo January 15, 2013. REUTERS/Kim Kyung-Hoon (JAPAN - Tags: BUSINESS ENVIRONMENT)