Werbegeschäft macht Google Hoffnung

Mittwoch, 23. Januar 2013, 08:39 Uhr
 

San Francisco (Reuters) - Überraschend starke Werbeeinnahmen im Weihnachtsgeschäft haben Google die Kassen gefüllt.

Der weltgrößte Suchmaschinenanbieter steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal stärker als erwartet und profitierte dabei vor allem vom traditionell hohen Werbeaufkommen vor den Feiertagseinkäufen. Besonders im Kerngeschäft hätten sich die Margen erfreulich entwickelt, sagte der Analyst Sameet Sinha von B. Riley Caris nach Vorlage der Bilanz am Dienstag. Experten verwiesen zudem auf ein starkes Wachstum in Auslandsmärkten. An der Wall Street wurde der Quartalsbericht positiv aufgenommen: Die Google-Aktie schoss im nachbörslichen Handel rund fünf Prozent in die Höhe.

Bei diversen Werbeangeboten, darunter Mobil-, Display- und Videoanzeigen, zog die Nachfrage an. Immer mehr kleine Unternehmen würden bei den verschiedenen Google-Produkten mehr Geld ausgeben, sagte Analyst Brian Wieser von der Pivotal Research Group. Google-Chef Larry Page will das Geschäft breit aufstellen: "Wir leben in einer Welt mit vielen Bildschirmen. Ohne ein Smartphone fühlt man sich heutzutage nackt." Zwar ging der Preis, den Werbekunden Google pro Anzeigenklick zahlen, das fünfte Quartal in Folge zurück. Aber der Rückgang fiel mit sechs Prozent zum Vorjahreszeitraum geringer aus als befürchtet. Die fallenden Preise spiegeln dabei auch die veränderte Nutzung der Verbraucher wieder, die immer häufiger zum Smartphone greifen. Dort kosten Anzeigen weniger als auf der Standard-Suchseite.

GOOGLE SETZT MEHR ALS ERWARTET UM

Der Nettoumsatz im angestammten Internetgeschäft kletterte im vierten Quartal auf 9,83 (Vorjahreszeitraum: 8,13) Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 9,6 Milliarden Dollar gerechnet. Die Erlöskennziffer berücksichtigt nicht die Kosten, die Google selbst aufwendet, um Nutzer zu den eigenen Produkten zu locken.

Den Konzernumsatz gab Google mit 14,42 Milliarden Dollar an. Darin enthalten ist der neu erworbene Handyhersteller Motorola Mobility, der Verluste schreibt. Unberücksichtigt ist dagegen das Geschäft mit Set-Top-Boxen für Fernsehgeräte, von dem sich Google trennen will. Der Konzerngewinn stieg im Schlussquartal netto auf 2,89 Milliarden Dollar von 2,71 Milliarden im Vorjahreszeitraum, als Motorola allerdings noch nicht zu Google gehörte.

 
The Google signage is seen at the company's headquarters in New York January 8, 2013. REUTERS/Andrew Kelly