Novartis-Konzernlenker Daniel Vasella tritt ab

Mittwoch, 23. Januar 2013, 09:56 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Pharmariese Novartis muss den Kampf gegen die billige Generika-Konkurrenz ohne seinen langjährigen Konzernlenker führen.

Daniel Vasella trete im Februar nicht mehr zur Wahl in den Verwaltungsrat an, teilte der Basler Arzneimittelhersteller am Mittwoch mit. An der Spitze des Gremiums stand Vasella seit 1999. Lange Jahre war er parallel auch CEO, bevor ihn 2010 der derzeitige Chef Joseph Jimenez auf diesem Posten ablöste.

Vasellas Nachfolger an der Spitze des Verwaltungsrats soll im August Jörg Reinhardt werden. Für Reinhardt, der seit 2010 die Bayer-Sparte Healthcare leitet, ist der Wechsel eine Rückkehr nach Basel. Der Deutsche blickt auf eine langjährige Karriere bei Novartis zurück und galt als möglicher Nachfolger Vasellas als CEO, bevor er zu Bayer wechselte.

Die Novartis-Aktien stiegen im Eröffnungshandel um 2,7 Prozent auf 61,70 Franken und gehörten damit zu den größten Gewinnern unter den europäischen Gesundheitswerten. Händler führten das vor allem darauf zurück, dass der Geschäftsausblick des Konzerns nicht so negativ sei, wie im Markt befürchtet wurde. Die Aktien hatten in den letzten Tagen stark an Wert verloren.

WACHSTUM ERST WIEDER IM JAHR 2014

Novartis rechnet erst im kommenden Jahr mit einer Rückkehr zum Wachstum. 2013 werde der Umsatz unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen stagnieren, prognostizierte der Konzern. Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn dürfte sogar um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag schrumpfen. Für 2014 und 2015 stellten die Schweizer einen Anstieg der Verkaufserlöse zumindest um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag in Aussicht. Der bereinigte operative Gewinn dürfte dann stärker als der Umsatz steigen.

2012 schloss Novartis mit 9,62 Milliarden Dollar Reingewinn ab. Das sind vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber weniger als von Analysten erwartet. Diese hatten im Schnitt 9,91 Milliarden Dollar prognostiziert. Die Aktionäre sollen 2,30 Franken Dividende je Aktie erhalten nach 2,25 Franken im Vorjahr.

Der Nettoumsatz ging um drei Prozent auf 56,67 Milliarden Doller zurück. Unter Ausschluss von Währungseffekten stagnierten die Umsätze, womit Novartis das angepeilte Ziel erreichte. Im größten Geschäft mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten verringerten sich die Verkaufserlöse um ein Prozent auf 32,15 Milliarden Dollar. Umsatzzuwächse bei neuen Präparaten wie der Tablette Gilenya gegen Multiple Sklerose oder den Krebsmitteln Afinitor und Tasigna konnten die Einbußen beim früheren Top-Produkt Diovan nur zum Teil wettmachen.

Novartis legte als erster europäischer Pharmakonzern sein Jahresergebnis vor. Der US-Konkurrent Johnson & Johnson hatte am Vortag mit einem verhaltenen Ausblick enttäuscht.

 
A man walks past the logo of Swiss drugmaker Novartis AG in front of a plant in Basel October 25, 2011. REUTERS/Arnd Wiegmann