Monti schaltet sich in Skandal um Bank Monte Paschi ein

Freitag, 25. Januar 2013, 07:48 Uhr
 

Mailand (Reuters) - In den Skandal um hohe Handelsverluste bei der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) hat sich nun auch Ministerpräsident Mario Monti eingeschaltet.

Seinen Worten zufolge ist den Aufsichtsbehörden kein Vorwurf zu machen. "Ich glaube nicht, dass es dort ein Aufsichtsproblem gibt", sagte Monti am Donnerstag auf einer Pressekonferenz am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Er sei bereit, das Thema im Parlament zu diskutieren.

Italiens traditionsreiches drittgrößtes Geldhaus hatte eingeräumt, durch Derivate- und andere Handelsgeschäfte Verluste von etwa 720 Millionen Euro angehäuft zu haben. Die mit vielen Problemen kämpfende Bank hat insgesamt Staatshilfen über 3,9 Milliarden Euro beantragt, 500 Millionen Euro davon erst im November zur Abdeckung möglicher Verluste aus Handelsgeschäften. Noch ist kein Geld geflossen. An diesem Freitag sollen die Aktionäre dem Antrag auf Staatshilfe zustimmen.

BMPS ist mittlerweile zum Wahlkampfthema vor der Parlamentswahl im Februar geworden. In einer Erklärung verwahrte sich die Bank dagegen, dass ihre Situation politisch ausgeschlachtet wird. Der Bedarf an Staatshilfen sei vor allem auf die Staatsschuldenkrise und weniger auf die verlustträchtigen Handelsgeschäfte zurückzuführen. Das Management wandte sich ferner gegen Darstellungen, dass das Institut am Abgrund stehe. Die Lage von BMPS mit Begriffen wie "Bankrott" zu beschreiben, sei gegenstandslos und schädlich. "Die Situation ist vollständig unter Kontrolle", betonte das Management.

 
Italy's Prime Minister Mario Monti speaks during the annual meeting of the World Economic Forum (WEF) in Davos January 24, 2013. REUTERS/Pascal Lauener (SWITZERLAND - Tags: POLITICS BUSINESS)