Ägyptisches Gericht verhängt 21 Todesurteile nach Stadionkrawall

Samstag, 26. Januar 2013, 12:25 Uhr
 

Kairo (Reuters) - In Ägypten hat ein Gericht ein Jahr nach einer Massenpanik in einem Fußballstadion mit vielen Opfern 21 Todesurteile verhängt.

Der zuständige Richter verlas am Samstag die Namen von 21 Angeklagten, gegen die nun die Todesstrafe verhängt wurde. Insgesamt sind 73 Menschen im Zusammenhang mit dem Unglück angeklagt. Weitere Urteile in dem Fall sollen am 9. März folgen. Nach der Begegnung am 1. Februar 2012 beim Verein Al-Masri in Port Said war es zu Kämpfen und einer Massenpanik gekommen. 74 Menschen starben dabei. Bei anschließenden Straßenkämpfen wurden weitere 16 Menschen getötet. Kurz nach Urteilsverkündung wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Polizist vor einem Gefängnis in Port Said erschossen.

Das Urteil wurde mit Spannung erwartet, denn viele Fußballfans und Angehörige der Opfer hatten mit Gewalt gedroht, falls es "keine gerechten Urteile" geben würde. Viele forderten eine Exekution der Angeklagten.

Freitag und Samstagmorgen waren in Ägypten bei Zusammenstößen neun Menschen getötet worden, nachdem Demonstrationen gegen Präsident Mohammed Mursi in Gewalt umgeschlagen waren. In Suez marschierte daraufhin das Militär auf. Die Demonstrationen markierten auch das Ende der Herrschaft von Hosni Mubarak vor zwei Jahren.