Italiens Zentralbank stützt Monte dei Paschi

Sonntag, 27. Januar 2013, 13:15 Uhr
 

Rom (Reuters) - Die italienische Zentralbank greift der unter Druck geratenen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) unter die Arme.

Die Notenbank stimmte am Samstagabend dem Antrag des Kreditinstituts auf Staatshilfe in Höhe von 3,9 Milliarden Euro zu. Dies war die letzte Hürde - nun können die Gelder fließen. Italiens älteste Bank ist durch verlustträchtige Derivate- und andere Handelsgeschäfte in Bedrängnis gekommen und stellt damit auch die Arbeit der Bankenaufsicht in Frage. Bis heute ist unklar, wie die hochriskanten Geschäfte so lange den Regulierungsbehörden verborgen bleiben konnten. Im Wahlkampf spielt Monte dei Paschi deswegen nun eine zentrale Rolle. Zur Zeit der riskanten Geschäfte in den Jahren 2008 und 2009 leitete der heutige EZB-Präsident Mario Draghi Italiens Notenbank.

Die Zentralbank äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen, dass sie bei der Aufsicht Fehler gemacht habe. Italiens drittgrößte Bank gab diese Woche bekannt, dass sie bei Derivate- und anderen Handelsgeschäften rund 720 Millionen Euro verloren haben könnte. Monte dei Paschi hält italienische Staatsanleihen im Volumen von 24 Milliarden Euro und wollte sich mit Derivate-Geschäften gegen Zinsschwankungen bei den Papieren absichern. Monte Paschi war als einzige Bank Italiens bei einem europäischen Stresstest durchgefallen und hatte danach Staatshilfen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro erhalten.

MONTI VERTEIDIGT STAATSHILFEN

Ministerpräsident Mario Monti, der sich bei den Wahlen am 24. und 25. Februar erneut ums Amt bemüht, verteidigte die Staatshilfen für Monti dei Paschi. "Es ist ein Darlehen, mit hohen Zinsen." Zugleich erteilte er Gerüchten über eine Verstaatlichung eine Absage und nannte diese eine "abseitige Hypothese". Der Vorstand von Monti dei Paschi betonte erst am Freitag, die Situation sei vollkommen unter Kontrolle. Die Aktionäre gaben grünes Licht für zwei Kapitalerhöhungen von bis zu 6,5 Milliarden Euro. Dies war Bedingung für die neuen Staatshilfen.

 
The Monte Dei Paschi bank logo is pictured at the bank's headquarters in Siena January 25, 2013. REUTERS/Stefano Rellandini