Irland - Benötigen dringend mehr Zeit für Kredit-Tilgung

Sonntag, 27. Januar 2013, 14:38 Uhr
 

Dublin (Reuters) - Irland hat in dramatischen Worten vor einem Scheitern der Gespräche über einen Aufschub bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite gewarnt.

Sollten die Verhandlungen nicht erfolgreich beendet werden, könnte dies "katastrophale Auswirkungen" haben, wollte Vize-Ministerpräsident Eamon Gilmore laut Redetext am Sonntag auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Chile sagen. Gilmore forderte demnach auf dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman van Rompuy eine "angemessene Einigung".

Der Europäische Rettungsfonds ESM hat Irland wie auch Portugal mehr Zeit in Aussicht gestellt. EU-Kreisen zufolge lehnt der EZB-Rat jedoch die bevorzugte Lösung Irlands als unzulässige Staatsfinanzierung ab. Diese sieht die Umwandlung eines Schuldscheins, der zur Stützung der Anglo Irish Bank ausgegeben worden war, in langfristige Staatsanleihen vor.

"Es handelt sich um eine Grundsatzfrage", hieß es in den Kreisen. Man wolle keinen Präzedenzfall schaffen. Nun sei Irland am Zug und müsse einen neuen Vorschlag auf den Tisch legen. "Es gibt Dinge, die geändert werden müssen, und Dinge, über die man sich noch verständigen muss", sagte Verkehrsminister Leo Varadkar dem Fernsehsender RTE. Irland sei weiterhin zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommen werde.

Irland hat bisher 21,7 Milliarden Euro vom ESM und weitere zwölf Milliarden Euro vom EFSF erhalten. Die Kredite aus dem EFSF haben eine durchschnittliche Laufzeit von fast zehn Jahren. Ziel des Inselstaates ist es, zu vermeiden, bis 2023 jährlich 3,1 Milliarden Euro aufbringen zu müssen, um den für Anglo Irish aufgelegten Schuldschein zu bedienen. Bis März soll eine Lösung gefunden sein. Dann ist die nächste Zahlung fällig. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Land in einem komplizierten Deal die Begleichung der Rate verschoben.