FDP stärkt Brüderle den Rücken in Sexismus-Affäre

Sonntag, 27. Januar 2013, 13:13 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Die nordrhein-westfälische FDP hat dem wegen Sexismus-Vorwürfen in die Kritik geratenen Spitzenkandidaten der Partei für den Bundestagswahlkampf, Rainer Brüderle, den Rücken gestärkt.

"Wir begrüßen unseren Freund Rainer Brüderle, hinter dem wir stehen", sagte Landeschef Christian Lindner beim Neujahresempfang der NRW-Liberalen in Düsseldorf. Brüderle wurde bei dem Treffen mit prasselndem Applaus und "Bravo"-Rufen begrüßt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle, früherer Parteichef der FDP, sagte, er wisse auch aus persönlicher Erfahrung, dass es nicht leicht sei, plötzlich an der Spitze zu stehen. "Wenn man sich als Freier Demokrat an die Spitze stellt, gibt es (..) in einigen Redaktionsstuben kein Pardon mehr", rief Westerwelle. Man dürfe es nicht durchgehen lassen, wenn "Zerrbilder" von Menschen in die Öffentlichkeit transportiert würden. Brüderle selbst ging in seiner Rede nicht auf die Affäre ein.

Der FDP-Fraktionschef im Bundestag war erst jüngst vom Parteivorsitzenden Philipp Rösler zum Spitzenkandidaten ernannt worden. Kurz darauf hatte der Vorwurf einer anzüglichen Annäherung Brüderle an eine "Stern"-Journalistin in der Partei und der Bundespolitik eine Debatte über den Umgang mit Frauen entfacht. Die sexistischen Zitate, Brüderles bei einer abendlichen Begegnung, über die der "stern" berichtet hatte, waren von FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki indirekt bestätigt worden. Der Beitrag enthalte nach seiner Kenntnis keine falschen Tatsachenbehauptungen.

 
Parliamentary faction leader of the liberal Free Democratic Party (FDP) Rainer Bruederle attends a news conference where he is proposed as his party's top candidate in this year's general election at the FDP headquarters in Berlin, January 21, 2013. REUTERS/Thomas Peter