Mursi verhängt Ausnahmezustand in drei Städten

Montag, 28. Januar 2013, 09:44 Uhr
 

Kairo (Reuters) - Ägyptens Präsident Mohamed Mursi hat wegen der Unruhen den Notstand in drei Städten ausgerufen.

In Suez, Ismailia und Port Said werde für 30 Tage der Ausnahmezustand verhängt, sagte Mursi am Sonntagabend in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede an die Nation. Ab diesem Montag solle dort nachts auch eine Ausgangssperre greifen. Zudem wolle er mit führenden Politikern zu Wochenbeginn den Dialog suchen.

Nach Mursis Ankündigung kam es in den drei Städten erneut zu Protesten, Hunderte gingen auf die Straßen. Oppositionelle kündigten an, sich der Ausgangssperre zu widersetzen. Auch für Montag wurde zu neuen Demonstrationen aufgerufen.

Bei Trauerfeiern für Todesopfer der Krawalle in Ägypten war es am Wochenende in Port Said zu neuer Gewalt gekommen. Sieben Menschen wurden am Sonntag erschossen, Hunderte verletzt. Am Samstag starben 33 Menschen bei Unruhen, nachdem ein Gericht Todesurteile wegen der Ausschreitungen bei einem Fußballspiel vor fast einem Jahr verhängt hatte. Auch in Kairo kam es am Sonntag zu weiteren Zusammenstößen, die jedoch nicht die Ausmaße der Vortage erreichten. Die Proteste gegen Mursi und die Muslimbruderschaft halten das Land zwei Jahre nach Beginn der Arabischen Revolution in Atem. Die Wirtschaft leidet massiv unter der fehlenden Stabilität.

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