Opposition im Ägypten schlägt Mursis Dialogangebot aus

Montag, 28. Januar 2013, 10:56 Uhr
 

Kairo (Reuters) - In Ägypten hat Präsident Mohamed Mursi nach der Verhängung des Ausnahmezustands für Montagnachmittag zum nationalen Dialog aufgerufen.

Teile der Opposition lehnten dies aber umgehend ab. Solange der Präsident nicht die Verantwortung für das blutige Geschehen übernehme und die Bildung einer Regierung der nationalen Rettung sowie eines ausgewogenen Verfassungsausschusses zusichere, sei ein Dialog Zeitverschwendung, schrieb der Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei auf den Kurznachrichtendienst Twitter. Auch der Linke Hamdin Sabahy, der ebenfalls der oppositionellen Heilsfront angehört, lehnte einen Dialog ab, wenn nicht das Blutvergießen beendet und die Forderungen des Volkes erfüllt würden. Auch für Montag wurde zu neuen Demonstrationen aufgerufen.

Mursi hatte am Sonntagabend wegen der anhaltenden Unruhen für 30 Tage den Ausnahmezustand in Suez, Ismailia und Port Said verhängt. Ab diesem Montag soll dort nachts auch eine Ausgangssperre greifen. Unmittelbar nach der Ankündigung kam es in den drei Städten erneut zu Protesten. Hunderte Demonstranten gingen auf die Straßen. Oppositionelle kündigten an, sich der Ausgangssperre zu widersetzen.

In der vergangenen Woche waren bei Krawallen 49 Menschen ums Leben gekommen. Die Proteste gegen Mursi und die ihn unterstützende Muslimbruderschaft halten das Land zwei Jahre nach Beginn der Arabischen Revolution in Atem.