Deutsche Verbraucher gehen 2013 mit Optimismus an

Dienstag, 29. Januar 2013, 16:32 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Aussicht auf ein rasches Ende der Konjunkturschwäche weckt die Kauflaune der Verbraucher.

Das GfK-Konsumklima für Februar legte um 0,1 auf 5,8 Punkte zu und zeigte damit nach drei Monaten mit Rückgängen erstmals wieder nach oben. "Der Arbeitsmarkt ist stabil, die Inflation moderat", teilten die Marktforscher am Dienstag in Nürnberg anlässlich ihrer Verbraucherumfrage mit. "Folglich steigen sowohl die Einkommenserwartung wie auch die Konsumneigung deutlich."

In den Augen der Konsumenten tritt die Euro-Krise derzeit etwas in den Hintergrund. Trotz der Delle zum Jahresende 2012 rechnen sie damit, dass der Konjunkturmotor dieses Jahr wieder anspringt. Diese Einschätzung teilen auch die Firmenchefs, wie die jüngsten Umfragen des Münchner Ifo-Instituts bestätigen: Seit drei Monaten steigt das Geschäftsklima stetig und signalisiert damit eine Trendwende zum Besseren.

In dieser von zunehmendem Optimismus geprägten Atmosphäre schätzen die Verbraucher ihre künftige Finanzlage deutlich besser ein als zuletzt. Mit einem Plus von knapp 15 Punkten erreicht das entsprechende Barometer der GfK nunmehr 36 Zähler. Wesentlicher Grund für den Optimismus ist die Hoffnung, dass sich die Beschäftigung dieses Jahr stabil entwickeln wird: "Auch die Inflation wird 2013 vermutlich moderat ausfallen, was die Kaufkraft der Einkommen stärken wird", erläutert GfK-Experte Rolf Bürkl. Auch Ökonom Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus geht davon aus, dass die Verbraucher bei Laune bleiben: "Die deutschen Konsumenten haben die Konjunkturdelle gut verkraftet. Das hat keinen nachhaltigen Einfluss auf das Verbrauchervertrauen."

VERBRAUCHERN SITZT GELD WIEDER ETWAS LOCKERER

Die Verbraucher sind auch wieder eher bereit, ihr Geld für Möbel oder andere kostspielige Güter auszugeben. Die GfK hat für Januar ein kräftiges Plus von 15,2 Punkten beim Indikator für die Anschaffungsneigung gemessen, der auf 35,3 Zähler nach oben schnellte. Ob der private Konsum die Wirtschaft wie bereits im Vorjahr anschieben wird, hängt maßgeblich von der Entwicklung in der Euro-Schuldenkrise ab: "Sollte sie entgegen aller Erwartungen in diesem Jahr weiter eskalieren, steht auch der Binnenkonjunktur ein sehr schwieriges Jahr bevor", warnte GfK-Experte Bürkl.