Malische Soldaten durchsuchen Häuser in Gao und Timbuktu

Dienstag, 29. Januar 2013, 18:07 Uhr
 

Douentza/Gao (Reuters) - Auf der Suche nach islamistischen Rebellen und Waffenlagern haben malische Truppen am Dienstag Häuser in den zurückeroberten Städten Gao und Timbuktu durchkämmt.

In Gao nahmen die Soldaten mindestens fünf mutmaßliche Aufständische fest, die ihnen von den örtlichen Behörden übergeben wurden. Die Truppen entdeckten Waffenlager und Falschgeld.

Einwohner berichteten zudem über Plünderungen. Betroffen waren demnach Läden von Arabern und Angehörigen der Tuareg-Volksgruppe, die der Zusammenarbeit mit den Islamisten verdächtigt wurden. Gruppen islamistischer Kämpfer versteckten sich noch immer in der Umgebung von Gao und Timbuktu, hieß es in Kreisen der malischen Armee, deren Vormarsch nur durch das Eingreifen der französischen Truppen ermöglicht wurde.

Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte auf einer Geberkonferenz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba: "Wir werden so lange wie nötig bleiben." Frankreich werde sicherstellen, dass die Übergabe von den eigenen Truppen an mehrere afrikanische Staaten funktioniere. Die Staaten wollen den Norden Malis zurückerobern.

Mali peilt unterdessen trotz der Kämpfe bereits für Juli Wahlen an. "Wir wollen den Norden zurückbekommen und in Mali wieder normale Zustände haben", sagte Übergangspräsident Dioncounda Traore.

HILFE VOM INTERNATIONALEN WÄHRUNGSFONDS

Deutschland will den Militäreinsatz in Mali mit 20 Millionen Dollar unterstützen. Geld und Ausrüstungshilfe in diesem Umfang sollen den malischen Streitkräften und dem Kampfeinsatz der übrigen afrikanischen Truppen im Land zugutekommen. Deutschland stehe zu seiner Verantwortung, betonte Außenminister Guido Westerwelle. Die Bundesrepublik unterstützt Mali bisher mit zwei Transportflugzeugen, um Truppen aus anderen afrikanischen Staaten ins Land zu fliegen. Eine weitere deutsche Transall-Maschine soll als Reserve in Dakar im Senegal stationiert werden, falls eine der anderen Maschinen defekt ist.

Außerdem will sich Deutschland voraussichtlich mit bis zu 40 Militärausbildern an der EU-Trainingsmission in Mali beteiligen. Großbritannien will ebenso viele Militärausbilder in den Wüstenstaat schicken. Zudem sollen bis zu 200 weitere Ausbilder die Truppen in englischsprachigen westafrikanischen Staaten trainieren. Großbritannien bot auch Tankflugzeuge an, um die Flugzeuge Frankreichs und der Verbündeten in der Luft zu betanken. Ein Kampfeinsatz ist nach Angaben der britischen Regierung nicht geplant.

Der Internationale Währungsfonds sagte Mali einen Kredit in Höhe von 18,4 Millionen Dollar zu, um die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren. Die Mittel deckten den Bedarf der Regierung zwar nicht komplett ab, sollten aber ein Signal an andere Geldgeber sein. Dem IWF zufolge wird Mali auch von der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank und Frankreich finanziell unterstützt.

 
A sign for the radical Islamist group MUJAO is seen in Douentza January 29, 2013. REUTERS/Joe Penney