Asmussen: Viele Probleme bei schwachen Euro-Staaten

Mittwoch, 30. Januar 2013, 07:53 Uhr
 

Berlin (Reuters) - EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat sich skeptisch zur Finanzlage in Spanien geäußert.

"In Spanien haben sich die Finanzen der Regionen, die für das Gesundheitssystem zuständig sind, zwar schon ein Stück weit verbessert, sie sind aber immer noch ein großes Problem", sagte Asmussen der "Süddeutschen Zeitung" am Mittwoch laut Vorabbericht. "Da ist eine große Reform im Gesundheitsbereich nötig, doch so was ist sogar noch schwieriger umzusetzen als eine Rentenreform".

Auch die Lage Griechenlands sei weiterhin ernst: "In Griechenland ist die Situation so, dass sie schon zwei Drittel des Marathons gelaufen sind", sagte Asmussen. "Aber jeder weiß, dass dann bei einem Marathon das schwerste Stück noch vor einem liegt." Das Land habe seit Ausbruch der Krise mehr als 20 Prozent seines BIP verloren. "So etwas haben wir in Europa zuletzt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in einigen Transformationsländern gesehen."

Lob findet Asmussen für Portugal: "Portugal hat vieles richtig gemacht", sagte der EZB-Direktor, "aber die Wirtschaft schrumpft weiter und das erschwert auch die Gesundung der Staatsfinanzen." Portugals Entwicklung sei außerdem eng mit der Gesundung des Nachbarn Spanien verknüpft.

 
European Central Bank (ECB) Executive Board member Joerg Asmussen smiles during an interview with Reuters in Berlin June 19, 2012. REUTERS/Pawel Kopczynski (GERMANY - Tags: BUSINESS HEADSHOT)