Gewinnsprung bei Amazon - Aktie auf Rekordhoch

Mittwoch, 30. Januar 2013, 07:52 Uhr
 

San Francisco (Reuters) - Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat zum Jahresende deutlich mehr verdient als erwartet.

Gewinnbringer seien im vierten Quartal insbesondere das Cloud Computing und der Handel mit E-Books gewesen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zugleich seien durch den Ausbau des Netzes an Warenlagern sowie Auftragsbearbeitungszentren die Kosten gesenkt worden. Anleger honorierten die Ergebnisse: Die Aktie der eBay-Rivalen kletterte zeitweise um elf Prozent auf den Rekordwert von 288 Dollar.

Vor allem in renditestarken Geschäftsfeldern wie den E-Books wuchs das Unternehmen. Nach den Worten von Konzern-Chef Jeff Bezos zog das Geschäft mit dem Reader Kindle im vergangenen Jahr um 70 Prozent an. Das klassische Buchgeschäft wuchs dagegen nur um fünf Prozent. "Das ist der Übergang, den wir erwartet haben", sagte Bezos.

Der Betriebsgewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent auf 405 Millionen Dollar. Die Bruttogewinnmargen lagen im vierten Quartal bei 24 Prozent, Analysten hatten mit 22 Prozent gerechnet. "Unglaublich starke Margen", kommentierte Analyst Jordan Rohan von Stifel Nicolaus die Daten. Dank des wichtigen Weihnachtsgeschäft stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 21,27 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Jahren waren die Gewinne gesunken, da Amazon in langfristiges Wachstum investierte. Neue riesige Bearbeitungszentren wurden errichtet und dadurch die Vertriebswege verkürzt und die Kosten gesenkt. In Konkurrenz zu Apple wurde der Tablet-PC Kindle entwickelt. Außerdem engagierte sich Amazon im Cloud Computing. Die neuen Zahlen deuten nach Analystenmeinungen an, dass Amazon nun in der Lage ist, aus diesen Investitionen attraktive Gewinne zu ziehen. Die neuen Aktivitäten wachsen schneller als die klassischen Einzelhandelsgeschäfte von Amazon.

 
A zoomed illustration image of a man looking at a computer monitor showing the logo of Amazon is seen in Vienna November 26, 2012. To match Special Report TAX-AMAZON REUTERS/Leonhard Foeger (AUSTRIA - Tags: POLITICS BUSINESS