Nullrunde für 14.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank

Mittwoch, 30. Januar 2013, 13:07 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Rund 14.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank müssen sich Finanzkreisen zufolge wegen der Sparpläne des Instituts in diesem Jahr auf eine Nullrunde einstellen.

Betroffen seien alle außertariflich bezahlten Banker in Deutschland - in der Regel Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben oder leitenden Funktionen, sagte ein Insider am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". "Gehaltserhöhungen sind sehr unwahrscheinlich", fügte er hinzu. Ähnlich düster sehe es bei den Boni für diese Banker aus, ergänzte ein Arbeitnehmervertreter. "Das Umfeld gibt im Moment nicht mehr als eine Nullrunde her." Insgesamt beschäftigt das größte deutsche Geldhaus 47.000 Mitarbeiter in Deutschland. Die Bank selbst äußerte sich nicht zu dem Thema.

Die Deutsche Bank will in den nächsten Jahren angesichts schrumpfender Erträge die Kosten um 4,5 Milliarden Euro senken. Mehr als 2000 Stellen sollen gestrichen werden, vor allem im Kapitalmarktgeschäft außerhalb Deutschlands und in der Vermögensverwaltung. Die traditionell am besten bezahlten Investmentbanker müssen sich Finanzkreisen zufolge zudem auf Bonus-Kürzungen um bis zu 20 Prozent einstellen. Nach Ansicht von Analysten hat die Deutsche Bank im Schlussquartal 2012 nur noch einen Mini-Gewinn geschrieben. Das Institut hatte vor Weihnachten gewarnt, dass Kosten für Rechtsstreitigkeiten und den Konzernumbau das Ergebnis deutlich belasten. Von Reuters befragte Experten erwarten einen Jahresgewinn von 2,9 Milliarden Euro - ein Drittel weniger als 2011.

Die Bank legt am Donnerstagmorgen die Ergebnisse vor. Zudem werden die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Zahlen vor der Presse erläutern. Nachmittags wollen sie dann der Belegschaft die Ziele für dieses Jahr darlegen und einen Ausblick präsentieren.

 
A road sweeper cleans the street in front of a branch of Germany's largest business bank, Deutsche Bank in Frankfurt, January 28. Deutsche Bank will announce its annual figures on Thursday, January 31. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS)