Hisbollah legt Treueschwur für syrisches Regime ab

Donnerstag, 31. Januar 2013, 10:02 Uhr
 

Beirut (Reuters) - Die radikal-islamische libanesische Hisbollah-Miliz hat als Reaktion auf einen wie von Syrien dargestellten israelischen Luftangriff auf militärische Infrastruktur in Syrien einen Treueschwur zum Regime von Präsident Baschar al-Assad abgelegt.

"Hisbollah erklärt ihre volle Solidarität mit der syrischen Führung, ihrer Armee und dem Volk", erklärte die Organisation am Donnerstag. Man verurteile den israelischen Angriff auf eine syrische Forschungseinrichtung.

Dass Israel in der Nacht zum Mittwoch ein Forschungszentrum angegriffen hat, ist die Darstellung der syrischen Führung. Reuters hatte aus Sicherheitskreisen dagegen erfahren, dass der israelische Luftangriff einem Konvoi gegolten habe, der Flugabwehrraketen für die Hisbollah von Syrien in den Libanon habe bringen sollen. Das israelische Militär hatte eine Stellungnahme abgelehnt.

Israelische Politiker befürchten seit langem, dass durch den Bürgerkrieg chemische oder konventionelle Waffen in die Hand von Rebellen oder auch der Hisbollah fallen könnte, gegen die Israel mehrere Kriege geführt hat. Die Lieferung moderner Flugabwehrraketen an die Miliz, die weite Teile des libanesisch-israelischen Grenzgebiets kontrolliert, wird in Israel als Änderung des strategischen Gleichgewichts gewertet. Für diesen Fall hatten sich Politiker in der Vergangenheit stets das Recht vorbehalten, auch militärisch einzugreifen. Allerdings hat die Regierung in Jerusalem bislang sehr zurückhaltend in der Syrien-Krise agiert, um nicht in den innersyrischen Konflikt hineingezogen zu werden. Selbst als Granaten aus Syrien auf den von Israel annektierten Golan-Höhen einschlugen, war dies in ungewöhnlicher Zurückhaltung als irrtümlicher Beschuss gewertet worden.

Die russische Regierung reagierte unterdessen besorgt auf die Berichte über einen israelischen Angriff. Sollten diese zutreffen, handele es sich um einen unprovozierten Angriff auf einen souveränen Staat und eine eindeutige Verletzung der Charta der Vereinten Nationen (UN), erklärte das Außenministerium in Moskau. Russland ist einer der letzten verbliebenen Unterstützer Assads.

 
Lebanon's Hezbollah leader Sayyed Hassan Nasrallah addresses supporters from a screen during a rally to commemorate the birth of Prophet Mohammad in Beirut's suburbs, January 25, 2013. REUTERS/Sharif Karim