Facebook-Zukunft bekommt langsam Konturen

Donnerstag, 31. Januar 2013, 13:04 Uhr
 

San Francisco (Reuters) - Die Zukunft von Facebook nimmt Konturen an.

Das US-Unternehmen räumt nach dem Pannen-Börsengang mit Werbe-Erfolgen langsam Zweifel an seinem Geschäftsmodell aus der Welt. Der Konzern profitiert dabei vom Trend zu mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Von Oktober bis Dezember verdoppelten sich die Erlöse mit Anzeigen in diesem Bereich gegenüber dem Vorquartal. Experten beruhigte dies. Die Entwicklung wurde als Signal gedeutet, dass sich die Investitionen auszahlen und das weltgrößte soziale Netzwerk auch auf den kleinen Bildschirmen mit Daten seiner gut eine Milliarde Nutzer Geld verdienen kann. Um die Wettbewerber Google und Yahoo abzuhängen, will das erst acht Jahre alte Unternehmen seinen Expansionskurs 2013 fortsetzen.

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg kündigte am Mittwochabend an: "Wir arbeiten dieses Jahr nicht daran, unseren Gewinn zu maximieren." Es gehe vielmehr um den langfristigen Erfolg. Dafür müssten neue Produkte entwickelt werden, vor allem im mobilen Bereich. Damit schlägt Facebook einen ähnlichen Weg wie Amazon ein, die seit langem einen Großteil ihrer Gewinne in weiteres Wachstum stecken.

Diese Strategie mache Sinn, sagte Analyst Jordan Rohan vom Finanzdienstleister Stiefel Nicolaus. Allerdings müssten deswegen die Gewinnerwartungen zurückgeschraubt werden. Im vierten Quartal 2012 lag der Überschuss mit 64 Millionen Dollar bereits deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 302 Millionen. Für 2013 rechnet der Konzern aus dem Silicon Valley mit einem Anstieg bei den Kosten um 50 Prozent, vor allem durch Zahlungen an Mitarbeiter.

FACEBOOK HOLT BEI MOBILEN GERÄTEN AUF

Für positive Schlagzeilen sorgte vor allem der Umsatzanstieg von 40 Prozent auf 1,58 Milliarden Dollar. Es ist das stärkste Wachstum seit dem Börsengang im Mai 2012. Das Plus fiel höher aus als am Kapitalmarkt erwartet. "Noch vor zwei Quartalen hatten wir nahezu keinen mobilen Umsatz", sagte Finanzchef David Ebersman zur Nachrichtenagentur Reuters. Nun liege er bei 23 Prozent der Gesamterlöse.

Immer mehr der mittlerweile 1,06 Milliarden Nutzer gehen über ihr Smartphones oder ein Tablet auf die Facebook-Seite. Die Sorge, ob das Unternehmen auch für diese kleineren Geräte stetig mehr Werbekunden findet, hatte die Aktie über Monate unter Druck gesetzt. Für Anzeigen auf den kleineren Bildschirmen zahlen Firmen per se weniger. Der Trend zu immer größeren Smartphones, wie sie beispielsweise Samsung mit dem Galaxy Note im Angebot hat, kommt Facebook allerdings zu Gute.

Zugleich ist bei vielen Werbenden ein Sinneswandel eingetreten. Sie wissen, dass sie ihre potenziellen Kunden über Smartphones und Tablets erreichen können und schalten dort entsprechend mehr Anzeigen. Facebooks Vorteil im Vergleich zum Suchmaschinen-Anbieter Google ist, dass der Konzern sehr viel über seine Nutzer weiß und Werbung entsprechend personalisiert werden kann. Der Umgang mit den Kundendaten rief aber bereits weltweit Datenschützer auf den Plan.

Erste Erfolge im mobilen Bereich haben den Facebook-Börsenkurs seit Mitte November um rund 60 Prozent nach oben geschickt. Die Aktie zeigte nach der Veröffentlichung der Quartalsbilanz im nachbörslichen Handel kaum verändert, nachdem sie zunächst deutlich nachgegeben hatte. Einige Anleger hatten auf noch stärkere Zuwachsraten spekuliert.

 
The Facebook logo is pictured at the Facebook headquarters in Menlo Park, California January 29, 2013. REUTERS/Robert Galbraith (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY BUSINESS LOGO)