Faule Kredite lassen Santander-Gewinn einbrechen

Donnerstag, 31. Januar 2013, 15:13 Uhr
 

Madrid (Reuters) - Faule Kredite haben der spanischen Bank Santander die Bilanz verhagelt.

Der Gewinn brach 2012 um 59 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro ein, wie das größte Geldhaus der Euro-Zone am Donnerstag mitteilte. An der Börse in Madrid verloren die Aktien daraufhin mehr als drei Prozent. Denn Analysten hatten der Bank einen Überschuss von 2,5 Milliarden Euro zugetraut.

Allen spanischen Banken setzt die in der Finanzkrise geplatzte Immobilienblase zu. Die Regierung hatte den Besitz von Wohnungen und Häusern lange gefördert. Als die Immobilienpreise aber nicht mehr stiegen, platzten in Spanien - ähnlich wie in den USA zu Beginn der Krise - zahlreiche Finanzierungen. Auch in Brasilien kämpft das Institut mit Ausfällen.

Santander-Chairman Emilio Botin sagte, der Großteil der notwendigen Belastungen aus dem Immobilienbereich sei aber mittlerweile verbucht. Für 2013 kündigte er ein "starkes Ergebniswachstum" an. Das Immobilien-Engagement im Heimatmarkt sei auf 12,5 Milliarden Euro halbiert worden. Insgesamt erhöhten sich die Rückstellungen vergangenes Jahr aber auf satte 18,8 Milliarden Euro, hieß es.

REKORDARBEITSLOSIGKEIT SORGT FÜR KREDITAUSFÄLLE

Die extrem hohe Arbeitslosigkeit in Spanien von rund 25 Prozent könnte der Bank auch dieses Jahr Probleme bereiten. Der rezessionsgeplagte Heimatmarkt steht allerdings nur noch für 15 Prozent des Gewinns. Doch ist die Situation in Brasilien - hier kommt mehr als ein Viertel des Profits her - nicht viel besser, weil sich die Konjunktur abschwächt.

Zahlen des Santander-Rivalen BBVA werden am Freitag erwartet. Manche Analysten hatten wegen der Santander-Präsenz in Brasilien zuletzt eher BBVA-Aktien empfohlen. BBVA ist stärker in Mexiko vertreten.

An die Europäische Zentralbank (EZB) hat Santander unterdessen 24 Milliarden Euro an langfristigen Sonderdarlehen ("LTROs") zurückgezahlt. Die Bank hatte insgesamt 35 Milliarden Euro in Anspruch genommen. Mit diesen Mitteln hatte die EZB Geldhäusern in der Schuldenkrise geholfen. Die Gelder kamen zu damals besonders günstigen Konditionen.