Konjunkturzahlen nähren Hoffnung auf Erholung in China

Sonntag, 3. Februar 2013, 13:12 Uhr
 

Peking (Reuters) - Nach dem schwächsten Wachstum seit 13 Jahren mehren sich in Chinas Wirtschaft die Anzeichen für eine allmähliche Rückkehr zu alter Stärke.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor stieg im Januar leicht auf 56,2 Punkte von 56,1 Zählern im Dezember, wie das Statistikamt am Sonntag mitteilte. Damit lag das Barometer für die in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt immer wichtiger werdende Branche den vierten Monat in Folge über der Schwelle von 50 Punkten, ab der ein Wachstum angezeigt wird. Experten sehen in dem aber nur minimalen Zuwachs einen neuen Hinweis darauf, dass Chinas Wirtschaftsmotor zwar moderat beschleunigt, aber weiterhin auf Anschub durch Regierung und Zentralbank angewiesen sein dürfte.

Der Einzelhandel, die Luftfracht und der Schiffsverkehr erreichten laut den jüngsten Statistiken sogar mehr als 60 Punkte. Auch der Teilindex für die Baubranche, die eine der stärksten Triebfedern für das Wachstum in China ist, lag trotz eines leichten Rückgangs über dieser Marke. Doch der vergleichsweise geringe Zuwachs der Service-Branche veranlasste die Experten zu vorsichtiger Betrachtung: "Der marginale Anstieg des Dienstleistungs-PMI schürt erneut Zweifel an der Stärke und der Nachhaltigkeit der Erholung", sagte Zhang Zhiwei, China-Chefvolkswirt bei Nomura in Hongkong.

Chinas Wirtschaft war 2012 nur um 7,8 Prozent gewachsen und damit so schwach wie seit 1999 nicht mehr. Für dieses Jahr rechnen Experten mit einem moderaten Anziehen auf 8,1 Prozent. Diese für Europa äußerst üppig anmutenden Wachstumsraten gelten in China als Minimum, um den jährlichen Ansturm des Milliardenvolkes auf den Arbeitsmarkt sättigen zu können. Um angesichts von Euro-Krise und schwächelnder US-Wirtschaft unabhängiger vom Export zu werden, gewinnt für das bevölkerungsreichste Land der Welt sein riesiger Binnenmarkt immer mehr an Bedeutung.

 
A labourer stands atop a lorry at a steel market in Wuxi, Jiangsu province January 11, 2013. REUTERS/Aly Song