Linke bekennen sich zu Botschafts-Anschlag in Ankara

Sonntag, 3. Februar 2013, 13:25 Uhr
 

Istanbul (Reuters) - Die türkische Linksextremisten-Gruppierung DHKP-C hat sich zu dem Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara bekannt.

Der Attentäter Ecevit Sanli habe sich am Freitag geopfert, erklärte die Organisation am Samstag auf einer ihr nahestehenden Internetseite. Amtlichen Angaben zufolge bestätigte eine DNA-Analyse die Identität des Attentäters, der in der Türkei polizeilich gesucht wurde. Die "Front der Revolutionären Volks-Befreiungsarmee" (DHKP-C) wird von der Türkei, der Europäischen Union und den USA als Terrorgruppe eingestuft.

Die Extremisten warfen den USA Völkermord vor. Dabei benutze die Supermacht die Türkei als ihren "Sklaven". Ministerpräsident Tayyip Erdogan sei eine US-Marionette und müsse deshalb selbst mit einem Anschlag rechnen, heißt es in der Erklärung der Extremisten.

Der Selbstmordattentäter hatte sich am Freitag in einem Nebengebäude der US-Botschaft in die Luft gesprengt und einen türkischen Wachmann mit in den Tod gerissen. Eine Journalistin, die auf dem Weg zum US-Botschafter war, wurde schwer verletzt.

Einem Bericht des amtlichen Fernsehsenders TRT zufolge wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag am Samstag drei Personen festgenommen.

 
U.S. Ambassador to Turkey Francis Ricciardone (L, with white hair) speaks to media outside of the U.S. Embassy in Ankara February 1, 2013. REUTERS/Stringer