Hollande in Mali - "Kampf ist noch nicht vorbei"

Sonntag, 3. Februar 2013, 14:34 Uhr
 

Timbuktu/Bamako (Reuters) - Drei Wochen nach Beginn des französischen Militäreinsatzes in Mali hat Präsident Francois Hollande dem Land langfristige Unterstützung zugesagt.

"Der Kampf ist nicht vorbei", sagte Hollande am Samstag in Timbuktu bei seinem von der dortigen Bevölkerung umjubelten eintägigen Besuch. Frankreich werde Mali zur Seite stehen, bis das Land seine vollständige Souveränität zurückgewonnen habe. Deutschland will rund 40 Militärausbilder nach Mali schicken. Den Franzosen ist es dort gelungen, die Islamisten aus den drei größten Städten im Norden zu verdrängen. Die Rebellen haben sich in die Berge in der Sahara im Nordosten Malis zurückgezogen. In der Nacht zum Sonntag flogen die Franzosen Angriffe auf Lager der Aufständischen.

Laut Hollande soll der französisch-malische Einsatz in eine breiter angelegte UN-Militäraktion unter afrikanischer Führung münden. Übergangspräsident Dioncounda Traore, der die ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Kampf gegen die Rebellen um Hilfe gebeten hatte, erklärte: "Zusammen werden wir die Terroristen bis in ihr letztes Versteck jagen."

Nach Angaben des französischen Militärs vom Sonntag nahmen Kampfflugzeuge in der Nacht Trainings- und Versorgungslager der Rebellen im Norden der Wüstenstadt Kidal ins Visier. Aus der Region nahe der Grenze zu Algerien führt eine Verbindung in die Berge, wo sich die vor dem Militäreinsatz geflohenen Aufständischen aufhalten sollen. Als Verstärkung schickten die Franzosen Kampfflugzeuge und Spezialeinheiten aus Gao.

Bisher sind etwa 3500 französische Soldaten in Mali im Einsatz. Hollande räumte ein, dass ein großes Gebiet im Norden bisher nicht bezwungen worden sei. "Wir haben unsere Mission noch nicht beendet." Der Präsident betonte aber zugleich: "Es ist nicht vorgesehen, dass wir auf unbestimmte Zeit bleiben."

"VIVE LA FRANCE"

Die Malier zeigten sich Hollande gegenüber dankbar. Immer wieder erklangen Rufe wie "Vive la France", "Papa Hollande" und "Danke Frankreich". Auf Bannern war "Hollande, unser Retter" zu lesen. In Timbuktu tanzten Tausende auf der Straße und sangen. Hollande besuchte dort unter dem Schutz schwer bewaffneter Soldaten eine Moschee, die zum Weltkulturerbe gehört. Der Muezzin rief: "Wir haben unser altes Leben zurück." Die Rebellen hatten während ihrer Herrschaft eine besonders strenge Version der Scharia eingeführt und Strafen wie Amputationen zur Regel gemacht. Frauen mussten sich verschleiern. Französische und malische Streitkräfte hatten Timbuktu erst vor etwa einer Woche von den Islamisten zurückerobert. Hollande besuchte zudem die Hauptstadt Bamako, wo er ebenfalls jubelnd empfangen wurde.

DEUTSCHLAND SCHICKT AUSBILDER

Die USA und die EU stehen hinter dem Mali-Einsatz. Sie befürchten, dass Islamisten die unzugänglichen Gebiete in der malischen Sahara zum Rückzug nutzen und von dort internationale Angriffe planen. Deutschland unterstützt den Einsatz in Mali bisher logistisch mit mehreren Transportflugzeugen. Am 19. Februar entscheidet das Bundeskabinett über die Entsendung deutscher Militärausbilder im Rahmen eines EU-Einsatzes.

Vorgesehen seien dafür etwa 40 Soldaten, kündigte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere auf der Münchner Sicherheitskonferenz an. Die Ausbildung in Mali könne im März beginnen. Die EU wolle sich zunächst dem Aufbau von vier Bataillonen widmen. Dem deutschen Engagement muss auch der Bundestag zustimmen. Geplant ist auch die Bereitstellung von Tankflugzeugen für Einsätze der französischen Luftwaffe. In der ARD sagte de Maiziere: "Jetzt geht es darum, dass die befreiten Gebiete gehalten werden."

 
France's President Francois Hollande (R) walks ahead of Mali's interim president Dioncounda Traore (3rdR, partially hidden), as they visit the Grand Mosque in Timbuktu, during his one-day visit to Mali, February 2, 2013. REUTERS/Fred Dufour/Pool