Commerzbank schreibt 2012 nur eine schwarze Null

Montag, 4. Februar 2013, 12:41 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Commerzbank hat sich im vergangenen Jahr gerade noch über die Null-Linie geschleppt.

Sonderabschreibungen belasteten die Bank mit fast einer Milliarde Euro, weshalb unter dem Strich nur ein Gewinn von sechs Millionen Euro übrig blieb, wie sie am Montag mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 638 Millionen gewesen. Im vierten Quartal allein verbuchte die Bank 720 Millionen Euro Verlust. Grund für die Wertberichtigungen waren die eingetrübten Gewinnaussichten für die nächsten Jahre sowie der Verkauf der ukrainischen Bank Forum. Das Ergebnis sollte aber reichen, um zum ersten Mal nach vier Jahren die fälligen Zinsen auf die Staatshilfen zu zahlen.

Die Commerzbank korrigierte allein 2012 ihre Bilanzansätze für künftige Steuervorteile um 673 Millionen Euro nach unten. Denn einige Sparten der Bank werden nach den neuen Planungen vom September in den nächsten Jahren nicht mehr so viel Geld verdienen, dass die Commerzbank die Milliardenverluste vergangener Jahre beim Finanzamt in die Waagschale werfen kann. "Die Abschreibungen stehen im Zusammenhang mit den niedrigeren Zielen, die wir für einige Einheiten gesetzt haben", erläuterte ein Sprecher. Die Bank hatte unter anderem beschlossen, das gewerbliche Immobilienfinanzierungs- und das Schiffskredit-Geschäft einzustellen.

268 Millionen Euro kostete der Ausstieg bei der Bank Forum, die Ende Juli mit Verlust an die ukrainische Industrie-Holding Smart Group verkauft worden war. Analysten hatten offenbar die Steuer-Abschreibungen nicht einkalkuliert; sie waren im Mittel nur von knapp 300 Millionen Euro Quartalsverlust ausgegangen. Die Commerzbank-Aktie fiel um zwei Prozent auf 1,58 Euro.

Die Abschreibungen fraßen die operativen Gewinne von 1,2 (2011: 0,5) Milliarden Euro fast vollständig auf. Während die Erträge bei 9,9 Milliarden Euro stagnierten, drückte die Bank die Kosten um fast eine Milliarde auf sieben Milliarden Euro. Die Risikovorsorge stieg angesichts der sich verlangsamenden Konjunktur wie erwartet auf 1,7 (1,4) Milliarden Euro. Detaillierte Zahlen sollen am 15. Februar veröffentlicht werden.

Ins laufende Jahr geht die Commerzbank mit einer weiteren finanziellen Bürde aus: Der bis 2016 geplante Abbau von 4000 bis 6000 Stellen im In- und Ausland kostet im ersten Quartal nach ersten Berechnungen rund 500 Millionen Euro, etwa für Abfindungen.

An den Bankenrettungsfonds SoFFin wird die Commerzbank in den kommenden Monaten trotz des mageren Ergebnisses rund 150 Millionen Euro überweisen. Die Zinsen auf die Stille Einlage des Bundes, die inzwischen auf 1,6 Milliarden Euro geschrumpft ist, werden nur fällig, wenn die Bank nach deutschem Handelsrecht (HGB) ausreichend schwarze Zahlen schreibt. Seit 2009 hatte sie auf dieser Basis stets Verluste erwirtschaftet, auch wenn nach dem internationalen Bilanzstandard IFRS Gewinne standen. 2012 schlägt sich aber unter anderem der Rückkauf von Hybrid-Papieren in einem höheren HGB-Gewinn nieder, wie ein Sprecher erläuterte.

 
he logo of Germany's Commerzbank is pictured at a branch in Dortmund January 24, 2013.