Münchener Rück steckt Hurrikan "Sandy" locker weg

Dienstag, 5. Februar 2013, 09:02 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Wirbelsturm "Sandy" hat die Münchener Rück nicht ins Wanken gebracht.

Der Gewinn des weltweit größten Rückversicherers vervierfachte sich im vergangenen Jahr auf 3,2 (2011: 0,7) Milliarden Euro, wie die Münchener Rück am Dienstag mitteilte. Dabei steckte der Konzern 800 Millionen Euro locker weg, die er für die Schäden des verheerenden Hurrikans zahlen musste, der im Oktober über den Osten der USA hinweggezogen war. Von dem Gewinnsprung sollen auch die Aktionäre etwas haben: Die Dividende soll um 75 Cent auf 7,00 Euro je Aktie steigen, stärker als Analysten erwartet hatten. Das trieb die Aktie im frühen Handel um 1,6 Prozent auf 136,18 Euro.

Von "Sandy" abgesehen war 2012 ein Jahr mit relativ wenigen Naturkatastrophen. Hatten Großschäden ein Jahr zuvor mit Schäden von 4,5 Milliarden Euro noch einen Großteil des Gewinns aufgefressen, lag die Belastung 2012 nur noch bei 1,3 Milliarden - "leicht unterdurchschnittlich" stufte Finanzvorstand Jörg Schneider sie ein. Deshalb könne die Münchener Rück auch bei der Erneuerung der entsprechenden Rückversicherungsverträge im Lauf des Jahres nicht mit einem Anstieg der Prämien rechnen. 2012 waren die Brutto-Beiträge im Konzern um fünf Prozent auf 52,0 Milliarden Euro gestiegen, in der Rückversicherung sogar um 8,5 Prozent.

Besser als erwartet agierte die Münchener Rück vergangenes Jahr an den Kapitalmärkten. Der Gewinn aus Kapitalanlagen stieg um ein Viertel auf 8,4 Milliarden Euro, womit sich die Rendite auf den Marktwert des Portfolios von 225 Milliarden Euro auf 3,9 (3,4) Milliarden Euro verbesserte. Insgesamt lag die Rendite auf das risikogewichtete Kapital - die interne Zielgröße der Munich Re - mit 13,2 Prozent über der Zielmarke von zehn Prozent. "2012 hat uns vorangebracht, und wir konnten unsere Kapitalausstattung weiter stärken", sagte Schneider.

Über die beiden Baustellen im Konzern kann das Ergebnis aber nicht hinwegtäuschen: Nach Skandalen beim Düsseldorfer Erstversicherer Ergo ist gerade dabei, aus fünf Ergo-Vertriebsorganisationen zwei zu machen. Dadurch fallen rund 1300 Stellen bei angestellten Vertretern und im Innendienst weg, die Kosten dafür veranschlagte Ergo am Dienstag auf 130 Millionen Euro. Deshalb verfehlte die Münchener-Rück-Tochter mit einem Gewinn von 290 (350) Millionen Euro die Zielmarke von 400 Millionen. Die Beiträge der von Negativ-Schlagzeilen um die Eskapaden ihrer Vertriebs-Mitarbeiter gebeutelte Ergo schrumpften 2012 um 2,1 Prozent.

Vor tiefgreifenden Einschnitten steht auch die US-Tochter Windsor Health, die den Kern des neuen, kleinsten Geschäftsfelds Munich Health bildet. Der Krankenversicherer verfehlte 2012 den angepeilten Gewinn und hat ein Sparprogramm aufgesetzt. Auch in diesem Jahr könne ein Verlust für Munich Health nicht ausgeschlossen werden, der aber geringer ausfallen soll als die 90 Millionen Euro des vergangenen Jahres.

 
File photo of books of world's biggest reinsurer, Munich RE (Muenchener Rueck) pictured in a Munich Re office building in Munich November 5, 2012.