Libor-Skandal und Umbau brocken UBS Verlust ein

Dienstag, 5. Februar 2013, 08:34 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Ihre Verwicklung in den Libor-Skandal und Kosten für den geplanten Kahlschlag im Investmentbanking haben der UBS zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder rote Zahlen eingebrockt.

Unter dem Strich verbuchte die größte Schweizer Bank einen Jahresverlust von 2,5 Milliarden Franken (zwei Milliarden Euro), wie UBS am Dienstag mitteilte.

Zugleich baute das Finanzinstitut im vergangenen Jahr seine Bilanzrisiken ab. Die Eigenkapitalquote auf der Basis von Basel III stieg auf 9,8 Prozent von 9,3 Prozent Ende September. Die Bank ist nahe daran, die ab 2019 geforderten Mindestquote von zehn Prozent frühzeitig zu erfüllen. Die Dividende soll um 50 Prozent auf 0,15 Franken je Aktie erhöhte werden.

Der Verlust kam für Experten nicht überraschend. Die Bank hatte vor Weihnachten allein für das vierte Quartal ein Minus von bis zu 2,5 Milliarden Franken in Aussicht gestellt. Analysten hatten mit einem Jahresfehlbetrag von rund drei Milliarden Franken gerechnet. Vorbörslich lag die UBS-Aktie 1,4 Prozent im Minus.

Mit 1,89 Milliarden Franken fiel der größte Teil des Jahresverlustes im vierten Quartal an. Im Dezember war UBS zu einer Buße von 1,4 Milliarden Franken wegen ihrer Verwicklungen in den Libor-Skandal verurteilt worden. Restrukturierungskosten und Verluste auf den eigenen Verbindlichkeiten trugen ebenfalls zu dem Verlust bei.

Der Libor-Skandal schreckte möglicherweise reiche Kunden ab. Sie brachten weniger neues Geld zu der Bank als in allen anderen Quartalen des vergangenen Jahres. Das Netto-Neugeld im Wealth Management sank im vierten Quartal auf 2,4 Milliarden von 7,7 Milliarden im dritten Quartal. Der Gewinn der Sparte sank deutlich auf 398 Millionen Franken. Im Wealth Management Americas, das die Bank separat verbucht, fiel der Zufluss mit 8,8 Milliarden Dollar allerdings fast doppelt so hoch aus wie im Vorquartal. Neues Geld kam auch aus Asien und aus aufstrebenden Ländern. Reiche Kunden aus Europa zogen dagegen Geld ab, gegen Ende des Quartals habe sich dieser Trend verstärkt.

Im Investmentbanking, sank der Vorsteuerverlust im vierten Quartal auf 557 Millionen von 2,86 Milliarden Franken im dritten Quartal. Die mit der Aufgabe des Anleihenhandels auf eigene Rechnung verbundenen Abschreibungen waren im dritten Quartal verbucht worden. Die Bank verzeichnete im Schlussquartal aber auch einen Ertragsrückgang im Wertpapiergeschäft. Insgesamt gingen die Einnahmen der Sparte um mehr als ein Viertel zurück.

Mit einem Ausblick hielt sich Konzernchef Sergio Ermotti zurück. "Wir haben im vergangenen Jahr entscheidende Fortschritte bei der Umsetzung unserer Strategie erzielt und sind aus einer Position der Stärke in das Jahr 2013 gestartet", erklärte er. Zugleich warnte die Bank wie schon früher, dass die weitere Geschäftsentwicklung von der Euro-Schuldenkrise, der Lage im europäischen Bankensystem und der bisher ungelösten US-Haushaltsfrage abhänge.

 
Trams drive past the offices of Swiss banks UBS (L) and Credit Suisse at Paradeplatz square in Zurich February 4, 2013. REUTERS/Arnd Wiegmann