Steinbrück - Griechenland sollte mehr Zeit für Reformen bekommen

Dienstag, 5. Februar 2013, 08:44 Uhr
 

London (Reuters) - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will dem hoch verschuldeten Griechenland mehr Zeit für Reformen geben, selbst wenn das zusätzliches Geld kosten sollte.

Die in der Krise steckenden Euro-Staaten müssten ihre Haushalte in Ordnung bringen und ihren Schuldenstand konsolidieren, sagte Steinbrück am Montag in einer auf Englisch gehaltenen Rede vor der London School of Economics. Aber vor allem für Griechenland müsse dabei der Zeitrahmen ausgeweitet werden. Das werde möglicherweise Geld kosten, auch Geld aus Deutschland, sagte Steinbrück. Das müsse man der Bevölkerung und den Wählern auch sagen. Bei der schwarz-gelben Bundesregierung vermisse er das aber, fügte Steinbrück hinzu.

Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, zu stark auf die Konsolidierung konzentriert zu sein. Neben einem Sparkurs müsse es in der Euro-Zone aber auch eine striktere Bankenregulierung und Wachstumsimpulse geben, betonte Steinbrück.

Zu einem möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union sagte der Sozialdemokrat, er habe zwar Sympathie für die Forderung des britischen Premierministers David Cameron nach mehr Effizienz in der EU. Das rechtfertige seiner Ansicht nach aber keine Volksabstimmung und keinen Austritt aus der EU. Cameron hatte unlängst ein Referendum darüber angekündigt, ob Großbritannien in der EU bleiben soll. Es soll in der ersten Hälfte der kommenden Legislaturperiode stattfinden. Die nächsten Parlamentswahlen in Großbritannien sind bisher für 2015 vorgesehen.

 
Peer Steinbrueck, Social Democratic top candidate for the 2013 German general election, gives a speech during the award ceremony of the international Willy Brandt prize in Berlin January 24, 2013.