Stahlprimus ArcelorMittal wittert Ende der Flaute

Mittwoch, 6. Februar 2013, 11:31 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Die Schuldenkrise in Europa und die Wirtschaftsflaute in China haben dem weltgrößten Stahlkonzern ArcelorMittal im vergangenen Jahr einen milliardenschweren Verlust eingebrockt.

Unter dem Strich stand ein Minus von 3,73 Milliarden Dollar in den Büchern, nach einem Gewinn von 2,26 Milliarden 2011, wie der ThyssenKrupp-Konkurrent am Mittwoch mitteilte. Für das laufende Jahr zeigte sich der Branchenprimus wieder optimistischer: Der Einbruch in Europa werde sich abbremsen und auf den wichtigen Märkten in China und Brasilien springe der Wachstumsmotor wieder an.

Das Ergebnis im Kerngeschäft werde daher 2013 wieder über dem Wert des abgelaufenen Jahres liegen, teilte der Konzern mit. 2012 brach das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um rund 30 Prozent auf 7,08 Milliarden Dollar ein und fiel damit auf den zweitniedrigsten Wert in der Firmengeschichte. Beim Umsatz verbuchte der Stahlriese 2012 einen Rückgang um mehr als zehn Prozent auf 84,2 Milliarden Dollar.

Erste positive Anzeichen seien schon erkennbar: So hätten die Stahllieferungen im ersten Quartal im Vergleich zum Schlussquartal wieder angezogen. Für das Gesamtjahr rechnet ArcelorMittal hier mit einem Plus von zwei bis drei Prozent. Dank eines Sparplans werde pro Tonne auch wieder ein höherer Gewinn herausspringen.

In Europa erwartet ArcelorMittal nur noch einen Nachfragerückgang um ein Prozent, nachdem diese 2012 um 8,8 Prozent eingebrochen war. Der in Luxemburg ansässige Konzern hatte deshalb schon Hochöfen in Frankreich und Belgien geschlossen. Vor allem in den hochverschuldeten südeuropäischen Staaten steckt die Schwerindustrie in der Krise. Bereits im vierten Quartal schrieb der Branchenprimus daher auf den Wert seines Europageschäfts 4,3 Milliarden Dollar ab, was den hohen Verlust im Gesamtjahr verursachte.

Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit einem noch stärkeren Ergebniseinbruch gerechnet. An der Börse kam der Ausblick gut an: Die ArcelorMittal-Aktien legten um 2,5 Prozent zu. Auch die Papiere des Rivalen ThyssenKrupp lagen rund zwei Prozent im Plus.

 
A view of the ArcelorMittal high furnace of Seraing, near Liege January 28, 2013. ArcelorMittal the world's largest steel producer, plans to shut a coke plant and six finishing lines at its site in Liege Belgium, affecting 1,300 employees, the group said on last week. REUTERS/Yves Herman (BELGIUM - Tags: BUSINESS CIVIL UNREST BUSINESS EMPLOYMENT)