Japans lockere Geldpolitik hievt Sony in Gewinnzone

Donnerstag, 7. Februar 2013, 11:35 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Sony ist dank des schwächeren Yen und durch den Verkauf von Unternehmensteilen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Für die drei Monate bis Ende Dezember 2012 wies der japanische Elektronik-Konzern einen operativen Gewinn von 46,4 Milliarden Yen (rund 364 Millionen Euro) aus. Das war zwar viel weniger als Analysten erwartet hatten. Im Vorjahresquartal hatte der Walkman-Erfinder aber tiefrote Zahlen geschrieben. Auch die lokalen Rivalen Sharp und Panasonic haben im abgelaufenen Quartal wieder Gewinn gemacht. Sollte der schwache Yen-Wechselkurs bleiben, werde Sony deutlich davon profitieren, sagte Finanzchef Masaru Kato.

Japanische Technologie-Unternehmen waren einst die großen innovativen Treiber in der Branche, haben aber gerade bei den boomenden Smartphones und Tablets den Anschluss verloren. Hier dominieren der südkoreanische Samsung-Konzern und die US-Kultmarke Apple. Unter dem neuen Sony-Chef Kazuo Hirai liegt der Fokus aber nun auf Mobiltelefonen und Tablets, hinzu kommen Kameras und Spiele.

Der Konzern kämpft aber noch immer mit zahlreichen Problemen. So wurde die Jahresprognose für den Absatz von TV-Geräten gerade um eine Million Apparate nach unten angepasst. Bei der Spiele-Konsole PlayStation wird im Gesamtjahr mit einem Minus von elf Prozent gerechnet. Auch Kompaktkameras laufen nicht mehr wie in der Vergangenheit.

JAHRESZIELE BEKRÄFTIGT

Kurzfristig hat dem Management aber die extrem lockere Geldpolitik der japanischen Notenbank geholfen, die den Yen im abgelaufenen Quartal um elf Prozent zum Dollar und sogar um 14 Prozent zum Euro gedrückt hat. Davon profitiert Sony, weil der Konzern den Großteil seiner Einnahmen im Ausland macht. Außerdem wird der Verkauf von Geschäftsteilen im operativen Ergebnis verbucht. Sony baut im laufenden Geschäftsjahr 10.000 Stellen ab und hat zuletzt sein Hauptgebäude im Zentrum von New York für mehr als eine Milliarde Dollar abgestoßen. Auch die Bürogebäude im Herzen Tokios sollen nun veräußert werden, was Insidern zufolge eine ähnliche Summe in die Kasse spülen dürfte.

An der Börse überwog am Donnerstag im Vorfeld der Bilanzveröffentlichung der Optimismus. Sony-Aktien verteuerten sich um 2,6 Prozent. Seit Jahresbeginn haben sie fast 60 Prozent zugelegt und sich von den zuvor erreichten 30-Jahres-Tiefwerten entfernt.

Sony bekräftigte außerdem seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach soll der operative Gewinn 130 Milliarden Yen (gut eine Milliarde Euro) erreichen. Das ist mehr als Analysten momentan im Schnitt erwarten.