Exporte aus China schnellen nach oben

Freitag, 8. Februar 2013, 13:26 Uhr
 

Peking (Reuters) - Deutlich mehr Exporte aus China lassen auf ein stärkeres Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hoffen.

Ein kräftiger Anstieg der Einfuhren signalisiert zudem eine Belebung der Inlandsnachfrage. Die Ausfuhren schnellten im Januar um ein Viertel nach oben, wie die Statistiker am Freitag mitteilten. Dies war das stärkste Plus seit April 2011. Experten hatten mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet. An den Börsen in Asien legten die Kurse deshalb kräftig zu. Die Daten seien durch das chinesische Neujahrsfest zwar verzerrt, sagte Zhang Zhiwei von Nomura in Hongkong. "Das erklärt aber nur einen Teil des Anstiegs. Wenn man diesen Effekt herausrechnet, kann man sehen, dass sich die Wirtschaft erholt."

Zum Neujahrsfest schließen in China viele Fabriken für eine Woche oder länger. Es fällt in diesem Jahr auf den Februar, 2012 lag es im Januar. Um die zusätzlichen Arbeitstage in diesem Jahr bereinigt stiegen die Ausfuhren nach Berechnungen der Statistiker im Januar um gut zwölf Prozent. "Wir sind vorsichtig optimistisch für das laufende Jahr, weil die weltweite Wirtschaft etwas an Fahrt gewonnen hat", sagte Li Huiyong von Shenyin & Wanguo Securities.

BANKEN VERGEBEN MEHR KREDITE

Auch die Kreditvergabe der Banken zog im Januar deutlich an auf umgerechnet 172 Milliarden Dollar - mehr als doppelt so viel wie im Dezember. Die Wirtschaftsleistung in China war 2012 um 7,8 Prozent gewachsen, das ist der niedrigste Wert seit 13 Jahren. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Anstieg um 8,1 Prozent. "Es gibt keinen Grund, sich um die Stärke der Erholung in China zu sorgen", sagte Sun Junwei von HSBC in Peking.

Die chinesische Regierung will die Binnenwirtschaft stärken, um die Abhängigkeit von den Exporten zu verringern und den Reichtum des Landes stärker auf die gesamte Bevölkerung zu verteilen. Die Einfuhren stiegen im Januar um 28,8 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. "Das spiegelt zwei Dinge wider: Zum einen ist die Inlandsnachfrage, vor allem nach Investitionsgütern, sehr stark", sagte Tao Wang von UBS in Hongkong. "Zum anderen stocken viele Firmen vor dem Neujahrsfest ihre Bestände auf." Der Außenhandelsüberschuss lag bei 29,2 Milliarden Dollar.

Ting Lu von der Bank of America/Merrill Lynch rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Einfuhren um 11,5 Prozent, vor allem wegen deutlich gestiegener Importpreise. Die Gefahr einer importierten Inflation scheint bereits jetzt erste Sorgen bei der Notenbank auslösen. "Wenn die Wirtschaft auf eine andere Stufe des Wachstums übergeht, müssen die wirtschaftlichen Kontrollen immer beinhalten, die Inflation im Griff zu behalten", erklärte die chinesische Notenbank kürzlich. Im Januar lag die Teuerung jedoch mit zwei Prozent unter dem Wert vom Dezember. Experten gehen davon aus, dass die Teuerungsraten im ersten Quartal anziehen, aber unter der Marke von 3,5 Prozent liegen, welche die Regierung wohl bald als Ziel vorgeben wird.

 
CHINA-TRADE/ - Charts of China's latest imports, exports, and trade surplus data.